Wörthersee: Aus für das "Beamtenbad"
Warum die Schließung eines kleinen Bades in der Wörthersee-Ostbucht gut für die Natur ist, vom Bürger aber als eine grenzenlos zynische Alibiaktion empfunden wird.

Foto © KLZ/Hassler
"Ein besonderer Fleck wird der Natur zurückgegeben", fasste Finanzreferent Landesrat Harald Dobernig vor Monaten die einstimmige Entscheidung der Landesregierung zusammen, das ehemalige "Beamtenbad" in Klagenfurt-Maiernigg aufzulassen. Dieses Areal im Natura-2000-Gebiet ist tatsächlich etwas Besonderes, etwa mit einem Hainbuchen-Linden-Stieleichensaum, Bruchwaldgesellschaften und seltenen Tierarten wie dem grünfüßigen Teichhuhn. Die vom Land beauftragten Gutachter Wilfried Franz (Naturschutzbeirat) und Klaus Krainer (Arge Naturschutz) rieten daher von einer weiteren Nutzung als Freibad ab.
Das war ein herber Schlag für den "Förderungsverein zur Bewahrung eines öffentlichen Schilfgürtels" (FVBS), dem nach zehnjähriger Nutzung der Pachtvertrag für das vormalige "Beamtenbad" gekündigt wurde. Vereinsmitglied Regina Gärtner hat für diesen Schritt nur insofern Verständnis, als sie die Notwendigkeit von Naturschutz voll anerkennt. Im konkreten Fall ist sie aber extrem verärgert, weil man mit dem Gebiet erstens sorgsam umgegangen sei und sie die Sperre zweitens als reine Augenauswischerei erachtet. Zu Recht kann man dem Land eine grenzenlos zynische Alibiaktion vorhalten, weil die strengen Maßstäbe links und rechts nicht gelten. Auch Klaus Krainer räumt starke Beeinträchtigungen in diesem Gebiet ein - von externen Bootsfahrern wie von den Anwohnern.
Bei Letzteren handelt es sich um prominente Unternehmer mit prächtigen Villen und Bootshäusern, deren Objekte Mahnmal für ein völliges Versagen der Naturschutzpolitik sind. Eines der monströsen Gebäude steht mitten im Natura-2000-Gebiet. Wie die Kleine Zeitung bereits vor einem Jahr enthüllte, durfte es dennoch ohne Naturverträglichkeitsprüfung errichtet werden, die laut Naturschutzgesetz zwingend vorgeschrieben ist.
Die andere Villa explodierte beim Neubau von einst 62 auf satte 220 Quadratmeter Grund- und etliche Hundert Quadratmeter Wohnfläche. Sie steht im Landschaftsschutzgebiet und widerspricht wie das Gegenüber den gesetzlichen Vorgaben, welche eine Baubewilligung bei nachteiliger Beeinflussung des Landschaftsbildes ausschließen.
Im bisherigen Freibad wird bald der Steg abgetragen und der Schilfgürtel wieder geschlossen werden. Das ist gut für die Natur - und für die Anrainer auch nicht übel. Schließlich bekommt man Exklusivität und muss im Gegensatz zu Ingrid Flick dafür nicht einmal zahlen...












