"Gewitterküche" liegt in den Nockbergen
Sturm und Starkregen suchten Freitagnachmittag wieder Kärnten heim. Gefahr von schweren Gewittern bleibt aber weiter groß. Gail-, Glan-, Görtschitz- und Lavanttal gefährdet.

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Eine Gewitterfront zog am Freitag ohne nachhaltige Schäden über Kärnten. Der Sturm im Vorfeld sorgte allerdings auf den Seen für einige Einsätze von Wasserrettung und Feuerwehr. Mehrere Boote hatten sich losgerissen. In der Klagenfurter Innenstadt riss der Sturm im dritten Stock eines Wohn- und Bürogebäudes einen Fensterladen aus der Verankerung. Das Teil stürzte auf die Straße, traf ein geparktes Auto und zerbarst. Verletzt wurde zum Glück niemand. Im Packabschnitt der Südautobahn fiel nach Stromausfällen in mehreren Tunnels die Beleuchtung aus. Es kam zu Staus.
Laut Gerhard Hohenwarter von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) sind die Nockberge Kärntens Hotspot für Gewitter schlechthin. "In der Höhe sind die Berge sehr flach und da kann die Sonne gut einstrahlen", sagt der Meteorologe. "Das sind ideale Voraussetzungen, damit sich ein Gewitter gut entwickeln kann." Wenn es auch noch eine Nord-Ost-Strömung gibt und das Gewitter die ganze Energie aus dem Klagenfurter Becken holt, kann es richtig gefährlich werden. Beweis dafür sind die vielen Unwetter rund um St. Veit und Brückl. Aber auch im Lavanttal mit der Kor- und Saualm. "Das ist ein sehr freies, breites und hohes Gebiet", sagt Hohenwarter. Auch da können Gewitter die ganze Energie aus den Niederungen saugen und so an Intensität zunehmen. Wie Anfang dieser Woche, wo innerhalb kurzer Zeit Keller und Gärten überschwemmt sowie Bäume entwurzelt wurden. Als dritter Hotspot gilt das Gailtal. "Hier gibt es immer sehr viele Blitze, dafür aber leichtere Gewitter", sagt Hohenwarter. Ob das etwas mit dem Klimawandel zu tun hat, will der Meteor-ologe nicht bestätigen.
"Die Gewitteranfälligkeit in diesen drei Gebieten ist nichts Neues", meint er. Dass allerdings die durchschnittliche Temperatur in Kärnten um 1,5 Grad gestiegen ist, ist ein Faktum. Das muss aber nicht zwangläufig heißen, dass deshalb auch die Unwetter zunehmen. Bestes Beispiel sei der Rekordsommer 2003. "Trotz der irren Hitze gab es nur ein einziges heftiges Gewitter."















