Auf Steg-Streit folgt Blitzverkauf
Stadt verweigerte Zugang zu Seegrund, jetzt ist Hotel Wörthersee um drei Millionen Euro zu haben.

Foto © PeutzNach endlosen Diskussionen um den privaten Steg in der Wörthersee-Ostbucht (oben), hat der Eigentümer des Hotels Wörthersee jetzt genug und verkauft das Gebäude
F ür den Besitzer des Hotels Wörthersee ist jetzt Schluss mit lustig: Nachdem das Hotel in der Klagenfurter Ostbucht vor allem wegen eines umstrittenen Badestegs in die Schlagzeilen geraten war, steht es nun zum Verkauf. Seit Montag zieht nämlich ein großes "Zu Verkaufen"-Transparent auf der Fassade des denkmalgeschützten Gebäudes die Blicke auf sich. Hat der Eigentümer, eine Wiener Immobilien AG, die auch ein nahe gelegenes Nobelbordell betreibt, vor knapp zwei Jahren "nur" eine Million Euro dafür bezahlt, so soll der Kaufpreis jetzt sogar drei Millionen Euro betragen.
Völlig überraschend ist der Verkauf für Bürgermeister Christian Scheider (FPK) gekommen, der davon erst gestern durch die Kleine Zeitung erfahren hat. Er hatte sich noch vor wenigen Wochen für den Hoteleigentümer eingesetzt und versprochen, ein vermittelndes Gespräch mit dem Bundesdenkmalamt auf die Beine zu stellen. Denn, wie berichtet, hatte der Unternehmer seit Längerem Schwierigkeiten, seine Sanierungspläne mit denen des Bundesdenkmalamtes unter einen Hut zu bekommen.
Kein Interesse
"Das Treffen ist nie zustande gekommen, da der Investor anscheinend kein Interesse mehr an einem Gespräch mit dem Bundesdenkmalamt hatte", richtet Bürgermeister-Pressesprecher Raphael Spatzek aus. Über die plötzlichen Verkaufspläne des immer mehr verfallenden Hotels wolle er nichts Näheres sagen, schließlich sei die Stadt darüber nicht im Bilde: "Das ist die Entscheidung des Investors. Wir können auch nur abwarten, was jetzt weiter passiert", sagt Spatzek weiter.
Wo liegen die Gründe für den überhasteten Verkauf? Waren es die strengen Auflagen des Bundesdenkmalamtes oder doch die Streitereien um den Seegrund neben dem Ruderverein Albatros, den der Hotelbetreiber von der Stadt unbedingt pachten wollte? Wir haben bei Christian Leyroutz, Anwalt des Unternehmers, schriftlich nachgefragt, doch bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme erhalten.












