"Vertrauter" Dieb stahl Einnahmen ihres Lebens
Ein mysteriöser Diebstahl beschäftigt die Polizei. Täter drangen gewaltfrei in die Küche einer Gastwirt-Witwe in Klagenfurt ein und holten 126.000 Euro aus einem Versteck.

Foto © KLZ/FuchsIn drei solchen Handkassen hatte das Diebstahlopfer 126.000 Euro in bar versteckt - unter dem Boden ihrer Küchenzeile
Die 62-Jährige hatte fast 30 Jahre lang gespart, zwei Lebensversicherungen und ein Erbteil ihres Mannes ausbezahlt bekommen, der im Vorjahr gestorben war. Die Witwe verstaute die 126.000 Euro in bar in drei Handkassen. Diese versteckte sie zusammen mit einem Sparbuch über 3000 Euro unter einem Brett im Sockel ihrer Küchenzeile. Sie hegte ein gewisses Misstrauen gegen Banken und hielt ihre Wohnung in Klagenfurt-St. Peter für sicherer.
Ihr in Slowenien lebender Neffe baut gerade ein Haus und sie hatte vor, ihn finanziell zu unterstützen. Am Sonntag wollte sie wieder einmal nach dem Geld schauen. Das hatte sie zuletzt vor zwei Monaten getan und sie war überzeugt, dass alles in Ordnung sei. Dann der Schock! Die drei Handkassen mitsamt Vermögen und Sparbuch waren verschwunden. Die Frau erstattete Anzeige.
"Es wurden keine Einbruchsspuren gefunden", sagt ein Kriminalist. Daher konzentrieren sich die Ermittlungen in erster Linie auf zwei Personen, die einen Schlüssel zu der Wohnung haben und Bekannte des Diebstahlopfers. "Der Täter ist zielstrebig auf das Versteck losgegangen. Er muss es also gekannt haben."
Die unglückliche Frau ist zwar überzeugt, ihre Wohnung immer abgeschlossen zu haben, sodass niemand unbemerkt hätte einschleichen können. Aber die Erfahrung zeige, dass man sich in der Hinsicht leicht irren kann.
Jetzt dürfte im Bekanntenkreis der Frau das gegenseitige Belauern anfangen: Wer kauft etwas Teures, das er oder sie sich eigentlich nicht leisten kann? Ein Ermittler kündigt an: "Und wir lauern mit!"













