Leere Plätze um 93 Millionen Euro
Das Klagenfurter Stadion wird ab Montag voll ausgebaut, aber meistens ziemlich leer stehen. Die Stadt muss 4,3 Millionen zuschießen.

Foto © KLZ/WeichselbraunÖsterreichs schönste Ruine. Die EM-Arena am Wörthersee steht leer und verschlingt dabei Tag für Tag Unsummen an Kosten
Der Absprung war möglich, aber er wurde verpasst. Doch das ist ja schon lange her. Sehr lange. Unmittelbar nach der Europameisterschaft 2008 hätte Klagenfurt sein Stadion auf das der Stadt angemessene Maß mit einer Kapazität von 12.000 Zuschauern zurechtstutzen können, ohne zusätzliche Kosten. "Das wäre sicher die günstigste Variante gewesen", sagt Sportpark-Geschäftsführer Daniel Greiner. Das Konzept lag fixfertig in der Schublade, doch die wurde nicht herausgezogen. Vielmehr wurde die Entscheidung so lange verschoben, bis nichts mehr ging. Oder doch. Denn ab Montag, dem 2. Juli, wird wieder gebaut. Ausgebaut. Voll ausgebaut. 30.000 Zuschauer werden dann regulär Platz finden in der Wörthersee-Arena. Bei der Euro wurden sie quasi irregulär beherbergt, denn der Oberrang stand auf provisorischem Fundament.
Die "Permanentmachung", wie es im Fachjargon heißt - wörtlich würde es demnach heißen "für immer" - kostet 19,8 Millionen Euro, wovon der Bund 15,5 Millionen übernimmt. Für den Rest muss die finanzmarode Stadt aufkommen. 14,5 Millionen Euro hat die Baufirma Porr für den Ausbau veranschlagt, für die zusätzlichen Kosten sind Parkplätze, Gutachten, Genehmigungen sowie diverse Lärmschutzmaßnahmen für Anrainer verantwortlich.
Geringe Kostendifferenz
Weil die Kosten für den Rückbau nicht von der Republik übernommen worden wären, wird nun das Stadion rein äußerlich so monströs bleiben, wie es seit Jahren dasteht. Wobei die laufenden Betriebskosten laut Greiner jährlich nur um 50.000 Euro höher seien als mit der kleinen Version. Eine halbe Million Euro kostet die Betreiber das Stadion per anno, so die vorläufige Schätzung, der doppelte Betrag soll an Einnahmen zurückkommen.
Nach den Bauarbeiten, die im günstigsten Fall schon im nächsten Sommer abgeschlossen sein können, soll das Stadion in erster Linie natürlich für Fußball genutzt werden. Für die Auslastung kann der dort ansässige und momentan in der Regionalliga festsitzende Klub Austria Klagenfurt natürlich nicht garantieren. Selbst in der Bundesliga wäre ein halb volles Stadion schon ein voller Erfolg. Länderspiele sollen dies wettmachen. Das Cupfinale ist ein Thema. Auch Konzerte und ein Eishockey-Da-capo werden ins Auge gefasst.
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Datenblatt
Wörthersee-Stadion
Bauzeit: Spatenstich 11. Jänner 2006, Fertigstellung der "EM-Version" September 2007. Von 2. Juli 2012 bis November 2013 endgültiger Bauabschluss.
Architekt: Büro Albert Wimmer.
Kapazität: 32.000.
Kosten: Budgetiert mit 66,5 Millionen Euro (inkl. Sportpark), jetzt bei 93 Millionen Euro.
















