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Zuletzt aktualisiert: 20.06.2012 um 20:15 UhrKommentare

Stadt will Verkehr weiter reduzieren

Feinstaubbelastungstage haben sich in Klagenfurt seit 2005 halbiert. Belastung dennoch hoch - und gefährlich, wie aktuelle Studien belegen. Große Herausforderung sei guter Ersatz für Fernheizwerk.

In der Stadt wird die Belastung auf Tafeln angezeigt

Foto © HasslerIn der Stadt wird die Belastung auf Tafeln angezeigt

Mehr Solarenergie, weniger Hausbrand und weniger Autofahrer - so lauten kurz zusammengefasst die wichtigsten Ziele, die die Klagenfurter Stadtpolitiker erreichen wollen, um den Feinstaub zu reduzieren. Die Diskussion darüber ist Teil des dritten Feinstaubkongresses, der in Klagenfurt stattfindet.

Und bereits bei den Auftakt-Vorträgen wurden alarmierende Fakten präsentiert. "Zahlreiche Studien haben den Beweis erbracht, dass Feinstaubpartikel ein großes gesundheitliches Risiko darstellen", sagte Marie-Eve Héroux von der Weltgesundheitsorganisation WHO. Besonders gefährdet seien Kinder, alte und kranke Menschen. Eine Verringerung der Lebensdauer um 8,6 Monate wurde nachgewiesen.

In Klagenfurt will man darauf mit unterschiedlichen Maßnahmen reagieren. Die Schaffung einer neuen Wärmeversorgung als Ersatz für das verhinderte Gasdampfrakftwerk (GDK), sei eine große Herausforderung, so Wolfgang Hafner, Leiter der Abteilung Umweltschutz beim Magistrat Klagenfurt: "Wir müssen aufpassen, was wir anstelle der Fernwärme einsetzen." Er gab zu bedenken, dass man sehr strenge Emissionsgrenzwerte anwenden müsse, um die Luft durch die Verbrennung von Biomasse nicht noch mehr zu verunreinigen. Man wolle daher auf einen Mix aus Biomasse, Gas und Solar setzen, so Landesumweltreferentin Beate Prettner (SPÖ). Von 2005 bis 2011 hätten sich die Tage, an denen in Klagenfurt der Grenzwert der höchstzulässigen Feinstaubbelastung überschritten wurde, von 80 auf die Hälfte reduziert, so Prettner. Dennoch sei viel zu tun. Sie forderte vom Landesenergieförderungsreferenten, die Feinstaubmaßnahmen in Klagenfurt ähnlich gut zu fördern wie im Lavanttal.

Während die Klagenfurter Umweltreferentin Andrea Wulz (Grüne) die Verbesserung des Park-&-Ride-Systems forderte, sprach sich Bürgermeister Christian Scheider (FPK) dafür aus, die Bürger mehr für E-Mobilität zu begeistern und Solarenergie stärker zu nutzen. Laut Verkehrsreferent Peter Steinkellner (ÖVP) sei es das Ziel, die Lebensqualität bei gleichbleibender Mobilität zu erhalten. Er berichtete, dass die Stadtgärtner ausschließlich mit Elektrofahrzeugen unterwegs seien und ein Test mit einem Hybridfahrzeug bei der Müllabfuhr laufe.

KARIN HAUTZENBERGER

Feinstaubkongress

Datum. Mittwoch und Donnerstag findet in Klagenfurt der dritte internationale Kongress "Fein! Staubfrei" statt.

Schwerpunkte. Unter anderem gesundheitliche Auswirkungen von Feinstaub, Monitoring und Modellierung, Fallbeispiele von Luftreinhaltemaßnahmen in europäischen Städten, Ergebnisse des Projektes CMA+ (Feinstaubkleber).

Infos. www.feinstaub.at.

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