"Ein Cut ist immer möglich"
Knochenbrüche und blutige Wunden gehören bei diesem Sport dazu. Erstmals in der Geschichte der Tigers Klagenfurt spielen sie im Final-Turnier der österreichischen 7s-Rugby-Meisterschaft.
KLAGENFURT. Rugby ist eine der härtesten Mannschaftssportarten der Welt. Idealerweise misst ein Spieler zwei Meter und besitzt ein Kampfgewicht von etwa 120 Kilogramm. Kraft und Größe sind gekoppelt mit hoher Laufbeschleunigung und Durchschlagskraft im Vollkontakt. Nicht verwunderlich, dass blutende Fleischwunden, gefärbte Augen und gebrochene Rippen die Accessoires sind, die man bei einem Rugby-Spiel davontragen kann.
Eine Erfahrung, die auch vor den Tigers Klagenfurt nicht haltmachte. Allerdings konnten die Klagenfurter im Herbst die Tabellenspitze der 7s-Rugby-Liga erklimmen und diese bis zum Ende des Grunddurchgangs behaupten. "Wir haben alle Mannschaften außer Rekordmeister Donau Wien besiegt. Mit dem Gewinn der Serie qualifizierten wir uns für das Finalturnier am kommenden Wochenende in Wiener Neustadt", zeigt sich Obmann und Spieler Jürgen Knopper zufrieden. "Wir rechnen uns Chancen für den dritten Platz aus. Um den Meistertitel spielen aber Donau Wien und Vienna Celtics. Die haben im Grunddurchgang nicht in voller Besetzung gespielt."
Lange Tradition
In Kärnten hat Rugby sogar eine längere Tradition als vielfach angenommen. Bereits nach dem Zweiten Weltkrieg spielten Soldaten der englischen Besatzungsmacht in Klagenfurt Rugby. Danach geriet die körperbetonte Sportart lange in Vergessenheit. Erst durch Jürgen Knopper fand Rugby in Kärnten wieder Einzug. Zunächst werkte man als Spielgemeinschaft mit "Stade Viennois" aus Wien.
Seit 2010 agieren die Tigers Klagenfurt eigenständig in der 7s-Rugby-Liga (diese Disziplin ist als einzige Rugby-Art ab 2016 olympisch). Ihre Heimspiele tragen die Tigers am Donau-Platz in St. Ruprecht oder am Koschatplatz aus. Personell gefragt sind im Rugby vor allem Spieler aus Kontaktsportarten wie Eishockey oder Handball. "Den Leuten muss klar sein, dass mit einem Cut immer zu rechnen ist. Wer vor Körperkontakt Angst hat, ist bei uns fehl am Platz", so Knopper.
MARTIN QUENDLER
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