Drei Viertel stimmten für die Unabhängigkeit
Das neue Tourismusgesetz wurde am Sonntag von 75 Prozent der Kärntner Unternehmer angenommen. Sie stimmten damit auch für die Gründung privater Tourismusverbände.

Foto © KLZ/TraussnigAchill Rumpold: "Eindrucksvolles Votum"
Kärntner Unternehmer sind verantwortungsbewusster als angenommen. Sie haben am Sonntag bei der Urabstimmung über das neue Tourismusgesetz ein Bekenntnis zur Unabhängigkeit gesetzt. Drei Viertel stimmten für die Gründung privater Tourismusverbände und für die Unabhängigkeit von der Politik. Die 75 Prozent repräsentieren acht von 12 Millionen Nächtigungen. Das bedeutet, dass in Zukunft in 75 Prozent der Tourismusgemeinden die Unternehmer selbstständig über ihre Geschicke entscheiden werden. In nur 26 Tourismusgemeinden bleibt alles so, wie es war.
Tourismusreferent Achill Rumpold sprach von einem "eindrucksvollen Ergebnis", mit dem er nicht gerechnet habe. Er werde die Verbände bei ihren Projekten sowohl ideell als auch finanziell unterstützen. "Das ist ein wichtiges Signal, wo es im Tourismus im Zukunft langgehen wird", ist auch Wirtschaftskammerpräsident Franz Pacher stolz auf seine Mitglieder.
Christian Kresse, Chef der Kärnten Werbung, der immer wieder auf die Gründung privater Verbände nach dem Salzburger Vorbild gedrängt hat, gratuliert den Touristikern zu dem eindrucksvollen Votum: "Die Arbeit beginnt jetzt erst, wenn es gilt, die Verbände aufzustellen und Verantwortung zu übernehmen."
Auch mit der Wahlbeteiligung von 29 Prozent könne man zufrieden sein. Städte wie Feldkirchen und Klagenfurt (Wahlbeteiligungen von acht und sieben Prozent) hatten den Durchschnitt hinuntergedrückt.
Die Störmanöver einiger Bürgermeister im Vorfeld hatten die Unternehmer nicht beeindruckt. In Villach bekannten sich über 60 Prozent zur Privatisierung, in St. Kanzian 56 Prozent. Nur in Bad St. Leonhard lehnten 79 Prozent die Privatisierung ab. Dort hatte der Bürgermeister unter anderem mit dem Entzug des Blumenschmucks gedroht. Auch für die SPÖ, die den Wirtschaftstreibenden öffentlich empfohlen hatte, mit Nein zu stimmen, stellt das Ergebnis eine Schlappe dar.
Features
Markante Gemeindeergebnisse
Mehrheit für "Ja": Bad Kleinkirchheim 79,42 Prozent (73 Ja- zu 20 Nein-Stimmen), Eisenkappel 88 Prozent (22 : 3 Stimmen), Feldkirchen 69,62 Prozent (55 : 24 Stimmen), Klagenfurt 87,76 Prozent (344 : 73 Stimmen), Pörtschach 71,43 Prozent (85 : 34 Stimmen), St. Kanzian 56,3 Prozent (129 : 100 Stimmen), Velden 84,75 Prozent (100 : 18 Stimmen), Villach 62,82 Prozent (316 : 187 Stimmen).
Stimmengleichheit (50 Prozent) in den Gemeinden Althofen, Kötschach-Mauthen und Ossiach.
Minderheit für "Ja": Weißensee 34 Prozent (7 Ja- zu 34 Nein-Stimmen), Techelsberg 47,83 Prozent (11 : 12 Stimmen), Rennweg 48 Prozent (24 : 26 Stimmen).













