Böller-Unfall am Hochzeitstag
Beim Herausschießen eines Bräutigams im Lavanttal wurde der Schütze schwer verletzt. Das Nachladen der Böllerkanone verursachte eine Stichflamme. Die Polizei ermittelt.

Foto © KLZ/Haderlap (Sujetbild)Nicht nur zu Ostern (wie auf dem Foto), sondern auch bei Hochzeiten werden Böller abgeschossen
Der schönste Tag des Lebens begann für ein Lavanttaler Brautpaar und seine Hochzeitsgesellschaft mit einem dramatischen Zwischenfall: Um 5.15 Uhr wurde der Bräutigam aus St. Paul von seinen Freunden mit einer Böllerkanone herausgeschossen. Das ist eine weitverbreitete Tradition. Nachdem mehrere Schüsse abgegeben wurden, lud der Schütze - ein 36-jähriger Arbeiter aus dem Bezirk Wolfsberg - nach. Der Mann soll der Beistand des Bräutigams sein.
"Beim Nachladen entzündete sich das Treibladungspulver am heißen Metall und es entstand eine Stichflamme", sagt ein Polizeibeamter. Durch die Flamme erlitt der Arbeiter Verbrennungen. Nach der notärztlichen Versorgung wurde er von der Rettung auf die Plastische Chirurgie ins Klinikum Klagenfurt gebracht. Am Nachmittag gaben die behandelnden Ärzte Entwarnung. Der Patient ist stabil und ansprechbar. "Er hat Verbrennungen zweiten Grades erlitten, an der Stirn, den Armen und den Beinen. Zwölf Prozent der Haut sind betroffen", sagt Kabeg-Sprecherin Kerstin Wrussnig. "Der Mann hatte wirklich Glück im Unglück. Derartige Böllerunfälle können auch tödlich ausgehen", sagt ein Beamter.
Kanone sichergestellt
Für den Arbeiter könnte der Unfall noch ein Nachspiel haben. Die Polizeibeamten haben jetzt nämlich die Böllerkanone im Visier. Sie wurde am Samstag sichergestellt. "Experten werden sich das Gerät genau anschauen. Sie prüfen jetzt, ob man dafür eine Bewilligung braucht und ob das Gerät auch vorschriftsmäßig ausgestattet war", sagt ein Beamter. Ist für den Abschuss eine Berechtigung erforderlich, wird geprüft, ob der Schütze diese auch gehabt hat.
Während der Unglücksschütze im Krankenbett seine Verletzungen auskuriert, hat das Brautpaar geheiratet.













