Postbeamter brachte Prostituierte
Grenzüberschreitender Prostitutionshandel: Sechs Frauen aus Rumänien sollen an Kärntner Bordelle vermittelt worden sein. Der Prozess wurde vertagt.

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Ein kleines Kind auf der Anklagebank? Das ist zum Glück kein alltäglicher Anblick. Wegen grenzüberschreitenden Prostitutionshandels mussten sich am Donnerstag drei Kärntner, eine Rumänin und eine Slowakin vor Gericht verantworten. Die Frau aus Rumänien nahm dabei ihre Tochter in den Verhandlungssaal mit. Bis ihr Richter Gerhard Pöllinger klarmachte, dass ein Gerichtssaal vielleicht doch nicht der beste Ort für ein Kind ist. Und so passte die Oma, die vor der Türe wartete, auf das Mädchen auf.
Den fünf Angeklagten wurde im Wesentlichen vorgeworfen, in Rumänien mit Zeitungsinseraten Frauen angeworben zu haben. Als die Betroffenen in Kärnten waren, wurden sie von den Angeklagten an Bordelle weitervermittelt. Bis auf einen Verdächtigen, zeigte sich keiner geständig. "Ich habe den Frauen nur die Zimmer vermietet", sagte etwa der Hauptbeschuldigte, ein 55-jähriger Postbeamter. Laut Zeugen soll dieser bieder wirkende Herr aber viel mehr gemacht haben: Wenn er den Eindruck hatte, dass in einem Bordell zu wenig Prostituierte waren, habe der Postbeamte angeboten, "neue Frauen aus Rumänien zu holen". Was er laut Staatsanwaltschaft tat, indem er in Zeitungen Personal "für Erotikmassagen" suchte. Seine Lebensgefährtin, die junge Mutter aus Rumänien, half ihm dabei.
Insgesamt sechs Frauen sollen so nach Kärnten gekommen sein. Profitiert haben dürften davon auch die drei anderen Angeklagten: Einer war damals Mitarbeiter eines Bordells, die Slowakin (26) und ein weiterer Verdächtiger waren sogar Bordellbesitzer. Der Prozess wurde vertagt.












