Verbrecherjagd in Kärntner Bahnhöfen
Premiere bei Fahndung: Auf Bahnsteigen in Villach und Klagenfurt sind Fotos von Straftätern und Vermissten zu sehen. Die digitale Verbrecherjagd hat es bislang nur in Wien gegeben.

Foto © Willi ZoreDie Polizei setzt jetzt auch im Villacher Hauptbahnhof auf Mithilfe der Bahnreisenden
Jetzt fahndet die Polizei auch in Kärntner Bahnhöfen digital nach mutmaßlichen Verbrechern und vermissten Personen. Die am Mittwoch auf den Infoscreens aufgetauchten Fotos von zwei seit 15. Mai gesuchten Juwelierräubern sorgten unter den Bahnreisenden am Villacher Hauptbahnhof sofort für Gesprächsstoff.
Die digitale Verbrecherjagd auf Bahnhöfen ist eine europaweit einzigartige Fahndungsmethode, die es bislang nur in Wien gegeben hat. Seit Mitte Jänner flimmern dort die Spots der Wiener Polizei, sie hat das Projekt auch initiiert, über 29 Bildschirme der Firma Digilight. "Wir haben die Chance wahrgenommen, kostenlos die mediale Fahndung auf diese Weise zu erweitern", sagt Johann Golob, Pressesprecher der Wiener Polizei. "Die Vorteile sind, dass Fahndungsfotos länger präsent sind, dass wir zusätzlich mehr als 260.000 Menschen erreichen und, dass wir so den Fahndungsdruck erhöhen." Die Rückmeldungen sind, sagt Golob, durchaus positiv. Eine Vermisste konnte durch die Bahnhof-Fahndung bereits gefunden werden.
Der auf den beiden Kärntner Hauptbahnhöfen eingespielte Spot ist jener der Wiener Polizei. Werden nun auch die Kärntner Kollegen die neue Fahndungschance nutzen? Man erreicht so bei uns zusätzlich täglich mehr als 34.000 Menschen. Und große Bedenken der Datenschützer gegen diese Fahndungsmethode gibt es auch keine. Bei der Kärntner Polizei zeigte man sich am Mittwoch über die gestartete Bahnhof-Fahndung "in ihrem Revier" überrascht: "Wir wissen davon nichts."
Digitale Verbrecherjagd ist nicht überall möglich. "Es ist rechtlich bedenklich, Fahndungsfotos auf Facebook zu stellen", sagt Golob. Denn stellt sich heraus, dass ein "steckbrieflich" Gesuchter unschuldig ist, kriegt man die Fotos nicht mehr aus dem Netz.
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Bild vergrößernJohann Golob, Sprecher der Wiener Polizei: "Wir haben die Chance wahrgenommen, so kostenlos die mediale Fahndung zu erweitern. Der Fahndungsdruck ist jetzt höher."Foto © KK/Polizei














