Kärntner Landesholding soll neue Struktur bekommen
Exklusiv: FPK und ÖVP einig über effiziente Struktur der Landesfirmen. Der Aufsichtsrat der Kärntner Landesholding hat in seiner Sitzung am Dienstag über eine Strukturänderung diskutiert.

Foto © GTK-PressefotoWirtschaftslandesrat Achill Rumpold (ÖVP, links) und Finanzlandesrat Harald Dobernig (FPK)
Der Aufsichtsrat der Kärntner Landesholding hat in seiner Sitzung am Dienstag über eine Strukturänderung diskutiert. Statt sieben Chefs haben wir künftig nur noch zwei. Statt drei Aufsichtsräten nur noch einen. Kärnten erhält die effizienteste Wirtschaftsstruktur Österreichs", freut sich Wirtschaftslandesrat Achill Rumpold (ÖVP). "Wir haben künftig zwei Vorstände mit klarer operativer Verantwortung für Förderungen, Vermögen und Beteiligungen des Landes", äußert sich Finanzlandesrat Harald Dobernig (FPK) ebenso zufrieden. "Wir haben uns in intensiven Verhandlungen auf eine schlanke und effiziente Struktur der Kärntner Landesfirmen geeinigt", bestätigen beide die Pläne, die der Kleinen Zeitung exklusiv vorliegen.
Und diese Pläne bergen einige Knalleffekte:
Die Kärntner Tourismusholding (KTH) wird umgewandelt in die KBG, die Kärntner Beteiligungsgesellschaft, die alle Landesanteile managt - von Kärnten Werbung, Kärntner Messen und Flughafen bis zu Seilbahnen, Alpenstraßen und Hotelbeteiligungen.
Der KWF, der Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds, wird von denselben Geschäftsführern geführt, wie die neue KBG. Die Entwicklungsagentur Kärnten (EAK) wird aufgelöst, einzelne Aufgaben wandern in den KWF.
Die Landesholding, die über allen Landesfirmen stand, ist künftig nur noch Mantel für den Zukunftsfonds. In diesem werden 502 Millionen Euro vom HypoVerkauf verwaltet. Chefs sind wieder die zwei selben Manager.
Ein Aufsichtsrat genügt künftig für alle drei Einheiten - KBG, KWF und Zukunftsfonds. Fünf von sieben Geschäftsführern sowie zwei Aufsichtsräte (EAK und KTH) werden eingespart.
"Damit ist ein Durchbruch gelungen, um Kärnten zum unternehmerfreundlichsten Bundesland zu machen. Was Josef Martinz vor fünf Jahren eingeleitet hat, bringen wir nun zu einem Erfolg. Jetzt können wir Wirtschaftspolitik aus einem Guss machen", so Rumpold. Er will weiterhin die Funktion des Aufsichtsratsvorsitzenden ausüben.
Als Aufsichtskommissär und Eigentümervertreter des Landes sieht auch Harald Dobernig "eine neue Ausrichtung der Wirtschaftskompetenz Kärntens. Landesvermögen und Landesbeteiligungen werden künftig nicht verwaltet, sondern aktiv gemanagt. Es gibt dann keine Untergesellschaften mehr, sondern wirklich operative Vorstände, die die Ärmel aufkrempeln müssen."
Viele Posten fallen
Der Erfolg der neuen Struktur steht und fällt mit den zwei Geschäftsführern, die dann drei Gesellschaften gemeinsam führen sollen. Die logischen Kandidaten dafür sind Hans Schönegger und Hans-Jörg Megymorez, die den Plan in den Grundzügen ausgearbeitet haben. Fix ist nichts. "Es gibt eine Ausschreibung", betonen Dobernig und Rumpold. Es müssen außerdem das KWF- und das Landesholding-Gesetz geändert werden. Ende Mai geht der Plan in den Aufsichtsrat der Landesholding. Noch heuer sollen alle Beschlüsse von Regierung und Landtag vorliegen. Anfang 2013 soll er in Kraft sein.
Alle Verträge der Landesmanager laufen daher auch Ende 2012 aus. Bei Gert Xander und Megymorez (Landesholding) ebenso wie bei Schönegger und Erhard Juritsch. Bei der KTH geht Friedl Morri in Pension, Reinhard Zechners Vertrag soll Ende 2012 enden, offen ist auch das Los von Sabrina Schütz-Oberländer (EAK).
Das KWF-Kuratorium bleibt für Beschlüsse der Einzelförderungen, der Veranlagungsbeirat berät den Zukunftsfonds, der Innovationsbeirat berät die Politik bei Forschung und Entwicklung.
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Kommentar
Licht im Dschungel
Christoph Zernatto gab einst als ÖVP-Landeshauptmann Anstoß zu einer straffen Landesholding.
Karl Pfeifenberger weiterte aber die Landesfirmen weiter aus.
Josef Martinz und Jörg Haider benutzten dann die Landesholding für den Hypo-Verkauf an Bayern, mit dem vor fünf Jahren 800 Millionen Euro erlöst wurden. 502 Millionen Euro liegen fest veranlagt im Zukunftsfonds.
Achill Rumpold und Harald Dobernig einigen sich auf straffe Organisation der Landesfirmen.
Hans Schönegger und Hans-Jörg Megymorez gelten als Kandidaten für die Geschäftsführung ab 2013. Es gibt aber eine Ausschreibung für die Posten.














