Ärzte kämpfen um Frühchen
Das Kind kam bereits in der 24. Schwangerschaftswoche zur Welt. Die Mutter leidet an einer Rhesusunverträglichkeit. Nach zwei Fehlgeburten in Mazedonien hofft sie auf Hilfe in Kärnten.

Foto © JustÖffentlicher Appell: Anwalt Georg Schuchlenz
Im Klinikum Klagenfurt kämpfen die Ärzte um das Leben eines Frühchens. "Das Baby musste in der 24. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt geholt werden. Es ist auf der Intensivstation. Jetzt müssen wir abwarten", sagt Spitalssprecherin Kerstin Wrussnig. Die Eltern des Kindes stammen aus Mazedonien. Ihr Schicksal hat den Klagenfurter Anwalt Georg Schuchlenz zu einem Appell an die Öffentlichkeit bewogen.
"Die Mutter des Babys hatte in Mazedonien bereits zwei Fehlgeburten. Die Frau leidet an einer Rhesusunverträglichkeit, bei der es zur Zerstörung des kindlichen Blutes kommt." Weil der medizinische Standard in Österreich besser ist, kam die Frau (41) nun nach Kärnten. Zunächst zu Verwandten, dann ins Klinikum. "Sie ist ein medizinischer Flüchtling", sagt Schuchlenz. "Sie und ihr Mann wünschen sich nichts mehr als ein Kind. Diese Eltern würden alles tun, um ihr Baby zu retten." Deshalb seien sie hier. "Sie wollen keinen Asylantenstatus, sie wollen ein Kind und dann wieder zurück nach Mazedonien, wo sie bestens integriert sind."
Das Problem, so Schuchlenz: "Die Frau ist nicht versichert. Die Familie muss alles aus eigener Tasche zahlen. Die Spitalskosten werden ins Unermessliche steigen. Nur ein Tag Intensivstation kostet an die 1400 Euro." Er fühle sich moralisch verpflichtet zu helfen. Daher startet Schuchlenz einen Spendenaufruf. "Ich versichere, dass von dem erhofften Geld nur medizinisch notwendige Aufwendungen bezahlt werden", sagt der Anwalt. Ein möglicher Überhang werde zur treuhänderischen Verwahrung an das SOS-Kinderdorf fließen.
Die Überlebenschance von Frühchen liegt ab der vollendeten 24. Schwangerschaftswoche zurzeit etwa bei 60 Prozent.
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