Sportfreunde Stiller im Klagenfurter Stereo
Drei Musiker, die als Stars gelten, ein Club, der zu klein ist und ein Abend, den es kein zweites Mal geben wird. Die Nachlese zu den Sportfreunden Stiller im Stereo.

Foto © KLZ/CikHautnah an den Stars: 400 Fans feierten mit den Sportfreunden Stiller im "stereo"
"Schwitzt ihr schon?", fragt Gitarrist Peter grinsend ins Publikum. Vorne gehen die Hände hoch, das Publikum johlt. "Und ihr dahinten?" Hinten gehen die Bierflaschen hoch. Und zu Glück johlen die Vorderen neuerlich. Peter ist zufrieden und stimmt das nächste Lied an.
Dass er mit seinen beiden Kumpanen an diesem Abend überhaupt auf der Bühne steht, ist eine kleine Sensation. Peter ist Gitarrist und Sänger der Sportfreunde Stiller. Vermutlich wäre er gerne auch die Rampensau, aber deren Job teilt er sich demokratisch mit Bassist Rüdiger und Schlagzeuger Florian. In Kombination sind die drei nicht nur unterhaltsam, sondern eine der größten deutschen Rockbands der vergangenen Jahre. Wo andere intellektuell werden wollten, ließen Peter, Flo und Rüdiger Jean-Paul Sartre im Bücherregal und schrieben Lieder über die Liebe und die Lust am Fußball. Mit Erfolg.
Nur macht Erfolg auch einsam. Die letzten Jahre verbrachten die Sportfreunde damit, unplugged zu spielen und eine Fußballhymne ständig neu zu vertexten - in der Hoffnung, die deutsche Nationalmannschaft erreiche doch noch einmal ein passables Resultat. Und dazwischen: Immer wieder die Leier von dem Udo, der niemals in New York war.
Meilenstein für Klagenfurt
An diesem Abend aber ist alles anders. "Endlich wieder laut", stöhnt Flo, und erzählt dem Publikum vom verpatzten Soundcheck. Laut und direkt. Vor 400 Leuten. Ein Gig, den es nur gibt, weil die Münchner Band am Samstag in Pore auftritt und man sich unterwegs irgendwo die Beine vertreten wollte. Es wurde schließlich das Stereo. Ein Laden, der gerade noch die gesetzlich vorgeschriebene Raumhöhe erfüllt.
500 Meter entfernt, am Klagenfurter Messegelände, spielten die Sportfreunde 2008 schon einmal ein Konzert. Damals schon ein Glücksfall. Jetzt ist es ein Meilenstein. Für die Besucher und für Anna Marina Virgolini, die das Stereo managt. Und irgendwie auch für Klagenfurt.
400 sind angestanden, um Karten zu bekommen und jetzt auf Schuhlänge mit der Band zu feiern. Sigrun etwa, die im siebenten Monat schwanger ist, also gewissermaßen zu zweit hier. Oder Wolfgang, Geschäftsführer mit grauem Haar, der lauthals jedes Lied mitsingt. Und vor allem für Elias, 8, der auf Papas Schultern den Abend verbringt und den Beat mitklatscht.
Musikalisches Kompliment
Und musikalisch? Ein Kompliment! Sogar die Disco-Kugel setzte sich beim namensgleichen Lied in Bewegung. Die Streich-Orgien sind vergessen, die Band wusste auch ohne Cello, Klavier und Bläsersatz zu überzeugen bis die Verstärker in die Luft flogen.
Und dass man das legendäre "54, '74, '90, 2006" nicht hörte? Münchner würden sagen: Jo mei! Es wird diesen Sommer noch oft genug anklingen. Dann eben mit dem Refrain "72, 80, 96, 2012". Nicht nur im Stereo.
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Bild vergrößern"Endlich wieder laut." Hände hoch, bis sogar die Disco-Kugel mitrockt Foto © KLZ/Cik
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Sportfreunde Stiller
Sportfreunde Stiller, deutsche Indie-Gruppe aus Germering bei München. Mitglieder: Peter Brugger, Florian "Flo" Weber und Rüdiger "Rüde" Linhof. Namensgeber der Band war Hans Stiller, Trainer der Bezirksligamannschaft SV Germering.
Bisher fünf Studioalben, zuletzt "La Bum" (2007).
Zahlreiche Preise, darunter zwei Echos.
Termine: Das Konzert am Sonntag im Wiener "Chelsea" ist ausverkauft. Am 18. August sind sie beim "Frequency" mit dabei. www.frequency.at













