Jüdischer Friedhof restauriert
Um 20.000 Euro wurde der Israelitische Friedhof von der Stadt saniert und gestern feierlich übergeben. Das Tor wurde erneuert und die Grünfläche neu angelegt.

Foto © APA/Eggenberger
Um den überwiegenden Teil meiner Familie zu besuchen, muss ich auf den Friedhof gehen. Wenn ich hierherkomme, bin ich immer allein", sagte Felice Preis, deren Familie zum großen Teil von den Nazis ermordet wurde. Sie wünsche sich, dass künftig vor allem mehr junge Menschen den Weg zum jüdischen Friedhof in St. Ruprecht finden. Der Wunsch der Klagenfurterin ging gleich gestern in Erfüllung, denn zahlreiche Schüler nahmen an der feierlichen Übergabe der frisch restaurierten Ruhestätte teil.
Die Stadt hat den lange vernachlässigten Friedhof um 20.000 Euro saniert. In Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt wurden die Außenmauer und die Gedenktafeln restauriert. Die Grünflächen sowie die Wege wurden neu angelegt. Bürgermeister Christian Scheider (FPK) betonte, dass die Friedhofsanierung nach dem Verlegen der "Stolpersteine" ein weiterer Schritt gegen das Vergessen sei: "Menschen, die hier gelebt und gearbeitet haben, wurden in KZs gepeinigt und ermordet. Das darf nie mehr passieren und nicht vergessen werden." An der Feier nahmen auch zwei KZ-Überlebende teil. Rajmund Pajer war im KZ Mauthausen und im Außenlager Klagenfurt-Lendorf. Der heute 99-jährige Marko M. Feingold überlebte gleich mehrere KZs. Sein Kommentar zur Friedhofsrestaurierung: "Es ist für mich eine Genugtuung, dass man einem jüdischen Friedhof eine solche Ehre erweist."
Für Peter Gstettner von der Österreichisch-Israelitischen Gesellschaft macht sich die Landeshauptstadt "ihre eigene Geschichte bewusst". Der Friedhof werde ein Ort der Besinnung und der Mahnung sein. Gstettner betonte aber auch: "Die eigentliche Erinnerungsarbeit steht uns noch bevor." Bürgermeister Scheider kündigte an, dass die Stadt Klagenfurt weitere Schritte gegen das Vergessen setzen werde. Am 16. Mai wird auf dem Neuen Platz eine "Allee der Gerechten" gezeigt, welche an jene Österreicher erinnert, die jüdischen Bürgern und anderen Verfolgten während des Naziregimes geholfen haben.














