Verwaltungsrat mit wenig Hintergrundwissen
Dieter Falschlehner habe sich auf die Informationen durch den Vorstand verlassen. Laut Heinrich Pecina wäre eine Finanzierung durch eine andere Bank schwierig gewesen.

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Überraschend wenig Hintergrundwissen hat der ehemalige Vorsitzende des Verwaltungsrats der Hypo Liechtenstein, Dieter Falschlehner, am Dienstag beim Kärntner Hypo-Prozess über den Vorzugsaktiendeal im Jahr 2004 am Landesgericht Klagenfurt gezeigt. Er habe sich bei allem auf die Informationen durch den Vorstand verlassen, meinte er. Einvernommen wurde auch Heinrich Pecina von Vienna Capital Partners (VCP).
Für Falschlehner war die Kreditfinanzierung der Hypo-Leasing-Aktien ein "gängiges Lombardgeschäft mit erstklassiger Besicherung". Ihm sei versichert worden, dass hinter den elf Anstalten "echte lebende juristische und natürliche Personen" steckten. Wer der Schwager eines der Angeklagten, Hermann Gabriel, sei, der tatsächlich dahinter steckte, wisse er nicht. "Ich kenne den Schwager von Herrn Gabriel bis heute nicht", sagte er.
Die Eigenmittelqualität der so lukrierten Mittel sei nicht sein Thema gewesen, der Verwaltungsrat habe lediglich die Kredite bewilligt. Falschlehner konnte sich auch nicht an Probleme mit der Finanzmarktaufsicht (FMA) erinnern, obwohl das Geschäft aufgrund der Bedenken und Empfehlung dieser Behörde rückabgewickelt worden war.
Als zweiter Zeuge war an diesem Tag ein ehemaliger Mitarbeiter der FMA am Wort. Er bestätigte bisherige Aussagen, dass die Hypo-Manager auf den Prüfbericht der Österreichischen Nationalbank (OeNB) aus den Jahren 2006/07 entsprechend reagiert und den rechtmäßigen Zustand wieder hergestellt hätten. Dadurch habe es für die Behörde keinen Handlungsbedarf gegeben, erklärte er. Darüber hinaus habe man aufgrund der vorhandenen Informationen keine abschließende Beurteilung über die Eigenmittelqualität und eine mögliche Innenfinanzierung ziehen können, da man nicht gewusst habe, wer hinter den Anstalten und Stiftungen gesteckt sei und damit auch nicht, welche Mittel diesen Personen zur Verfügung gestanden seien, sagte der Zeuge. Aus einer Grafik könne man so etwas nicht herauslesen.
Der dritte Zeuge, Heinrich Pecina, hatte Vorzugsaktien im Volumen von 15 Millionen Euro gekauft, nachdem er vom damaligen Vorstand, dem Angeklagten Wolfgang Kulterer, auf ein Investment angesprochen worden war. Er sah nach eigenen Angaben die Aktienausgabe als "logischen Zwischenschritt" beziehungsweise als "Überbrückung" bis zu einem Börsengang. Die Finanzierung über die Hypo Liechtenstein habe dieses Investment für ihn nicht attraktiver gemacht, da er in Österreich andere Finanzierungsmöglichkeiten gehabt habe. Die Liechtenstein-Variante habe er deshalb gewählt, weil die Ausgabebedingungen dahingehend formuliert gewesen seien, dass die Aktien nicht in das Eigentum der Konkurrenz hätte übergehen können. Das habe eine Finanzierung durch eine andere Bank sehr schwierig gemacht, so der Zeuge.














