Ein kurzweiliges Adieu
Josef Ernst Köpplinger feierte mit künstlerischen Weggefährten und Freunden seinen Abschied als Intendant des Stadttheaters Klagenfurt.

Foto © BauerAuch die Theaterjugend brachte dem nach München wechselnden Intendanten ein kleines Ständchen
Ich bin so aufgeregt. Seit 27 Jahren habe ich als Pianist nicht mehr mit einem Orchester musiziert. Aber einmal wollte ich unbedingt mit dem KSO spielen", erklärte er kurz vor seinem Auftritt. Die Aufregung war unbegründet, denn Josef Ernst Köpplinger machte als Solist exzellente Figur, als er gemeinsam mit dem KSO Haydns Klavierkonzert in D-Dur zum Besten gab. Dabei verbrauchte er gleich drei Dirigenten, für jeden Satz einen: Peter Marschik, Michael Brandstätter und Mitsugu Hoshino, die sich auch in der Folge mit Jeff Frohner am Pult abwechselten.
Viele waren gekommen, denn schließlich galt es das Ende einer Intendanz zu feiern. Nach fünf Jahren zieht es den scheidenden Intendanten des Klagenfurter Stadttheaters nach München, wo er im Herbst die Leitung des Staatstheaters am Gärtnerplatz übernimmt. Grund genug mit vielen künstlerischen Weggefährten und Freunden seine letzten Jahre Revue passieren zu lassen.
Orte der Utopie
Mit vielen witzigen Sagern gewürzt ("Jetzt hat sie ihm doch tatsächlich das Kapperl vom Kopf gesungen", als Köpplinger selbiges während einer Arie gerührt abnahm), bat ihn Christoph Wagner-Trenkwitz zum Interview und ließ ihn über seinen geliebten "letzten Ort der gelebten Utopie" erzählen - mit mehr als 120 Produktionen als stolze Bilanz. Und dazwischen hörte man von so manchen Überraschungsgast mit Ausschnitten aus Oper und Operette: Gaston Rivero sang aus "Carmen", Francesco Landolfi aus "Rigoletto" und Edith Haller aus der "Csárdásfürstin". Stefan Cerny und der Chor sangen ein augenzwinkerndes "Heil der Tag, an welchem du bei uns erschienen - Dideldum" aus "Zar und Zimmermann". Ein Filmpotpourri zeigte die schönsten Augenblicke der Schauspielproduktionen. Jugendtheaterclub und WI'MO präsentierten eigene Beiträge. Und zum Finale dann, wie könnte es anders sein, ein ausführliches Musical-Medley aus Produktionen wie "Singin' in The Rain" mit der Parodie "Josef (statt Moses) supposes..." "My Fair Lady" oder "West Side Story" mit Daniel Prohaska, Peter Lesiak, Nadine Zeintl, Bettina Mönch...
Dem trotz der mehr als drei Stunden kurzweiligen Abend lauschten ergriffen: Oscarpreisträger Maximilian Schell, Altintendant Herbert Wochinz, die Grazer Opernchefin Elisabeth Sobotka, Schauspielerin Lotte Ledl und Musikvereinschef Ernest Hoetzl. Stehende Ovationen!













