Klagenfurterin fürchtet um ihr Wohnhaus
Lehrerin wohnt an der ÖBB-Baustelle in der Ebentaler Straße. Sie klagt über Lärm, Staub und Schäden am Haus und fordert eine Ablöse. Die ÖBB sind mit der Problematik vertraut und versichern, dass die Betroffene nach Ende der Bauarbeiten im August entschädigt wird.

Foto © Kleine Zeitung/Helmuth WeichselbraunRutrechts Haus direkt an der Baustelle links oben
Vor zwei Jahren rollten in der Ebentaler Straße in Klagenfurt die Bagger an, um die Arbeiten für die neue ÖBB-Bahnhaltestelle und Unterführung zu starten. Seither durchlebt Anrainerin Apollonia Rutrecht ihren persönlichen Albtraum.
Die Klagenfurterin wohnt direkt an der Baustelle und klagt über ständigen Lärm, Staub, Erschütterungen und dadurch entstandene Schäden an ihrem Haus. "Im Sommer musste ich das Haus sogar für drei Monate räumen, da ich Angst hatte, dass mir durch die baustellenbedingten Erdbeben das Dach über dem Kopf zusammenfällt", klagt die Lehrerin, die seit Beginn der Arbeiten etliche Risse am Gebäude und Absenkungen ihres Grundstückes festgestellt hat. "Hier sind irreparable Schäden entstanden. Jetzt kann ich das Haus nicht einmal mehr verkaufen. In diesem Zustand wäre das verantwortungslos", sagt Rutrecht, die die ÖBB auffordert, ihre Liegenschaft als Entschädigung abzulösen. Zudem komme, dass es seit Monaten keine Informationen von den ÖBB gebe, was weiter passiert: "Jeder Tag ist eine Überraschung. Ich weiß nie, ob ich eingeparkt bin und rechtzeitig zur Arbeit komme oder ob ich in Lebensgefahr bin, weil Stromkabel auf meinem Grund liegen."
Baustellenende im August
Die ÖBB sind mit der Problematik vertraut und versichern, dass die Betroffene nach Ende der Bauarbeiten im August entschädigt wird. "Wir haben im Vorfeld eine Beweissicherung vorgenommen. Alle entstandenen Schäden werden behoben und saniert", versichert ÖBB-Pressesprecher Christoph Posch. Eine Ablöse für die Liegenschaft in der Ebentaler Straße sei aber nicht vorgesehen.
Doch damit nicht genug. Vor Kurzem erhielt Rutrecht ein Schreiben von der Stadt. Im Zuge der Arbeiten habe man festgestellt, dass ein zwei Meter breiter Streifen ihres Grundstückes, das sie in den 1990er-Jahren gekauft hat, Eigentum der Stadt sei. "Mein Vorgänger versicherte mir, dass seine Mutter das Teilstück in den 1950er-Jahren von der Stadt erworben habe. Anscheinend wurde nicht neu vermessen", sagt Rutrecht, die vorige Woche die Rückäußerung an die Stadt unterschrieben hat. Das Kuriose: Grundlage dafür ist eine Vermessung aus dem Jahr 1937...












