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    Zuletzt aktualisiert: 01.05.2012 um 15:56 UhrKommentare

    Warum ist der Maibaum so aktuell?

    Fragen und Antworten rund um den Maibaum. Ulrike Greiner sprach mit dem Volkskundler Heimo Schinnerl über die Bedeutung und die Bräuche.

    Maibäume sind Symbole für Fruchtbarkeit und Segen

    Foto © AP/JoenssonMaibäume sind Symbole für Fruchtbarkeit und Segen

    1. Seit wann gibt es den Brauch, am Vorabend des 1. Mai einen Maibaum aufzustellen?

    ANTWORT: Bei den Kelten war der 1. Mai ein besonderer Merktag, mit dem das Sommerhalbjahr begann. In Europa ist der Maibaum seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar. In Frankreich stand der erste Maibaum 1207, für Aachen gibt es Belege aus dem Jahr 1224. In Kärnten ist der Maibaum erstmals im 16. Jahrhundert dokumentiert.

    2. Beim Maibaum handelt es sich ja immer um einen Nadelbaum. Warum ist das so?

    ANTWORT: Bäume gelten als Symbole für das Leben - und Nadelbäume sind das ganze Jahr über grün. Der Maibaum ist eine hohe Tanne oder Fichte, deren Stamm in Schlangenwindungen geschält wird. Äste und Rinde werden entfernt, nur der Wipfel bleibt unberührt. Um den Stamm schwebt der grüne Reisigkranz.

    3. Warum klettert man auf den Maibaum?

    ANTWORT: Dabei handelt es sich ursprünglich um einen Initiationsritus für junge Burschen. Die mutigsten Männer kletterten unter großer Anteilnahme der Dorfbewohner auf den Baum. Heute ist der Kranz nur mehr mit bunten Bändern geschmückt. Früher konnte sich jener Bursche, der den Wipfel erreichte, von dort oben einen Preis mitnehmen. Denn am Kranz hingen Würstel, Brezen, Früchte und allerlei Naschwerk. Der Volkskundler Georg Graber schreibt auch von Weinflaschen und einem Säckchen mit Geldstücken, die am Kranz befestigt waren.

    4. Wie lange bleibt der Maibaum stehen?

    ANTWORT: Der Maibaum wird in der Regel am Vorabend des 1. Mai aufgestellt und bleibt auf jeden Fall bis Ende Mai stehen, manchmal auch bis Fronleichnam, sollte dieser Feiertag in den Juni fallen. An manchen Orten steht der Maibaum bis zum Kirchtag. Er ist ja auch die Gewähr für das glückliche Einbringen der Ernte und wird daher erst am ersten Tag des Kirchweihfestes entfernt. Da Pfingsten in den Mai fällt, nannte man den Maibaum früher auch Pfingstbaum.

    5. Warum muss der Maibaum bewacht werden?

    ANTWORT: Damit soll verhindert werden, dass Konkurrenzgruppen aus der Nachbarschaft den Baum umschneiden. In St. Andrä im Lavanttal hatte das Umschneiden eines Maibaumes sogar rechtliche Folgen, wie ein Ratsprotokoll vom 3. Mai 1577 bezeugt. Damals kam es zwischen den Übeltätern und jenen, die den Baum aufgestellt hatten, zu einer wilden Schlägerei. Die Burschen wurden vor Gericht gestellt. Leider ist das Urteil nicht überliefert.

    6. Gehört das Umschneiden zur Vergangenheit?

    ANTWORT: Nein. Ein kurioser Zwischenfall ereignete sich Ende der 1990er-Jahre in Klagenfurt. Als der damalige Bürgermeister Harald Scheucher morgens ins Rathaus kam, fehlte beim Maibaum auf dem Neuen Platz der Wipfel. Dafür stand eine Kiste Bier unter dem blanken Stamm. Der Verdacht fiel auf eine Gailtaler Gruppe, denn der Wipfel wird nur im Gailtal gekappt. Nach einem Bericht in der Kleinen Zeitung bekannten sich Burschen aus Reisach zum Schabernack.

    7. Aus welcher Zeit stammt der Brauch, unter dem Maibaum zu singen und zu tanzen?

    ANTWORT: Das Singen und Tanzen unterm Maibaum begann in den 1930er-Jahren und ist eigentlich eine Erfindung der Nationalsozialisten. Sie propagierten das Volkslied und den Bändertanz. Das Singen und Tanzen unter dem Maibaum hat sich erhalten, wobei die Teilnehmer in die Trachten ihres Tales schlüpfen.

    8. Gibt es den Maibaum nur im öffentlichen oder auch im privaten Bereich?

    ANTWORT: Früher einmal wurden kleine Maibäume auch auf Höfen aufgestellt. Dieser "Maien" sollte Glück und Wohlstand bringen. Mädchen, deren Lebenswandel nicht den Vorstellungen der Dorfbewohner entsprach, bekamen einen "Schandmaien" vors Fenster gestellt. Das war ein dürrer Baum oder ein Buschen Stroh.

    9. Man spricht auch von "Liebesmaien". Handelt es sich dabei um einen besonderen Gunstbeweis?

    ANTWORT: Früher stellten unverheiratete Burschen vor den Häusern ebenfalls unverheirateter Mädchen gerne "Liebesmaien" auf, um ihrer Verehrung Ausdruck zu geben. Georg Graber berichtet, dass man in St. Veit Frischvermählten einen Maibaum vors Fenster stellte. Er blieb bis zur Geburt des ersten Kindes stehen.

    10. Was passiert eigentlich mit dem Maibaum, wenn er sozusagen ausgedient hat?

    ANTWORT: Hier hat sich vielerorts der Brauch verbreitet, den Maibaum zu versteigern. Auch das ist mit einem lustigen Fest verbunden. Der Erlös wird für einen guten Zweck verwendet. Früher wurde das schöne, gut getrocknete Holz gerne zu Leitern verarbeitet. Heute wird der zerschnittene Stamm als Brennholz verwendet.


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