"Gestatten: Arbeiter"
Der 50 Jahre alte Dieter Arbeiter hat am 1. Mai, am Tag der Arbeit, quasi "Nachnamenstag". "Ich lebe aber nicht anders als ein Huber."

Foto © Stephan SchildDer gebürtige Arbeiter, Dieter Arbeiter, ist Angestellter in Klagenfurt
Er ist ein Arbeiter, ein gebürtiger Arbeiter sogar. Die Rede ist von Dieter Arbeiter.
Obwohl sein Nachname anderes behauptet, ist der 50-Jährige Angestellter. Und zwar bei der SVA, der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft, in Klagenfurt. Am Dienstag ist der 1. Mai, der Tag der Arbeit. Da hat sein Nachnamen sozusagen Namenstag. Und? Wie fühlt man sich als Arbeiter am Tag der Arbeit? "Man lebt mit dem Namen nicht besser oder schlechter als mit Maier oder Huber", meint der Kärntner. "Die Klarheit des Namens lässt aber zumindest keine Zweifel mehr über meine Arbeitseinstellung offen." Soll wohl heißen: Herr Arbeiter arbeitet viel.
Eine Besonderheit habe der Familienname auf alle Fälle, meint der 50-Jährige. "Die Leute merken sich meinen Namen - immens schnell. Die Reaktion, wenn ich meinen Namen nenne, ist durchwegs positiv." Lediglich in der Schule musste sich der Kärntner teilweise Abwandlungen seines Namens gefallen lassen. "Manchmal nannte man mich Hilfsarbeiter und manchmal Schöpfer." Aber es gibt auch einen internationalen Vorteil, sagt Dieter Arbeiter. Denn die Übersetzung seines Nachnamens sei in allen Sprachen möglich. "Also müsste ich mir wohl nie Gedanken darüber machen, irgendwo eine Arbeit zu finden", sagt er lächelnd. "Aber ich suche nicht, zumal ich bei der Klagenfurter SVA sehr glücklich bin." Am 1. Mai hat sein Büro natürlich geschlossen. "Also werde ich den heutigen Morgen für einen Waldlauf nützen und anschließend als Mitglied des Ferlacher Film- und Fotoklubs mit der Kamera die 1.- Mai-Veranstaltung besuchen."
Und am Nachmittag? Da wird Herr Arbeiter seinem Namen doch noch gerecht. "Ich fahre zu meinen Eltern und mache Gartenarbeit."













