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Zuletzt aktualisiert: 28.04.2012 um 12:27 UhrKommentare

Die großen Probleme der Kleinen

Busfahren mit Kindern in Klagenfurt. Viele Eltern tun sich dabei schwer. Bei den Stadtwerken ist man über die Kritik bestürzt und will helfen.

Cama Halilovic mit Sohn Ajdin. Dieser Bus ist abgesenkt, sodass man relativ leicht mit Kinderwagen einsteigen kann. Andere Mütter haben aber auch negative Erfahrungen gemacht

Foto © TraussnigCama Halilovic mit Sohn Ajdin. Dieser Bus ist abgesenkt, sodass man relativ leicht mit Kinderwagen einsteigen kann. Andere Mütter haben aber auch negative Erfahrungen gemacht

Alles könnte so einfach sein: Mit dem Kinderwagen in den Bus einsteigen, ganz bequem in der Innenstadt aussteigen, keine lästige Parkplatzsuche und man erspart sich das Herausheben des Kinderwagens aus dem Kofferraum.

Die Klagenfurter Realität scheint für viele Eltern allerdings ganz anders auszusehen. Die wenigsten wollen mit kleinen Kindern Bus fahren. Die Liste mit Kritikpunkten, die immer wieder zum Beispiel auf Facebook geäußert werden, ist lang. Eine Mutter beklagt sich etwa, dass einmal der Bus losgefahren ist, bevor sie den Kinderwagen sichern konnte. Der Kinderwagen wäre ihr fast entglitten und sie selbst beinahe zu Sturz gekommen. Außerdem gab es nur einen Platz im Bus, wo man den Kinderwagen befestigen und sich daneben auf einen Klappsitz setzen konnte. Eine andere Klagenfurter Mutter ärgert sich, dass sie keine Hilfe vom Busfahrer beim Ein- und Aussteigen hatte. Wäre ihr nicht ein Teenager zu Hilfe gekommen, hätte sie das Wagerl niemals sicher auf die Straße gebracht. Seit diesem Erlebnis ist sie nie mehr mit dem Bus gefahren.

Kinderwagen-Button

Bestürzt über die massive Kritik zeigen sich Stadtwerke-Pressesprecher Harald Raffer und Mobilitäts-Chef Reinhold Luschin. Beide betonten, dass alle 140 Busfahrer entsprechend geschult und angewiesen sind, besonders Personen mit Kinderwagen wie auch Menschen mit Behinderung zu helfen. "Das Ein- und Aussteigen sollte kein Problem sein, denn der Bus kann auf zwölf Zentimeter Höhe abgesenkt werden, wenn der Kinderwagen-Button beim Einstieg gedrückt wird", so Luschin. Selbst wenn es nicht möglich sei, den Bus abzusenken, betrage die Einstiegshöhe nicht mehr als 19 Zentimeter. Das sei seiner Meinung nach also kein Problem.

Raffer spricht im Zusammenhang mit den aktuellen Fällen von "unglücklichen Einzelfällen". Die Stadtwerke seien eigentlich für ihre Barrierefreiheit bekannt: "Wir wurden kürzlich dafür sogar von einer Behindertenorganisation ausgezeichnet." Allein dass der Busfahrer mit dem Losfahren nicht wartet, bis die Mutter mit Kinderwagen Platz genommen hat, könne vorkommen. "Der Fahrplan muss eingehalten werden, sonst gibt es Beschwerden", so Raffer.

BETTINA AUER

Das sagen Mütter

In der Facebook-Gruppe "Mama ist nicht reich" haben wir Mütter um Kritik, Lob und Anregungen für ein kinderfreundlicheres Klagenfurt gebeten. Danke für das große Echo!

Kinderfreundliche Cafés und Restaurants gibt es kaum, nur die Möbelhäuser. In der Stadt selbst ist in den Lokalen meist kein Platz, es wird geraucht, es gibt keine Spielecke. Ein Indoorspielplatz mit Café, das wär's!

Toll wäre eine Stadtkarte, in der alle Spiele- und Wickelmöglichkeiten eingezeichnet sind und darüber informiert wird, ab welchem Alter welche Spielplätze geeignet sind.

Die Standler am Benediktinermarkt sind total kinderfreundlich.

Man bekommt von Stadt und Land ja Geschenke zugesandt, wenn man Mutter wird. Die Geschenke vom Land fand ich total unsinnig, einen Kärnten-Zutz ab 6 Monaten, der oft gar nicht benutzt wird, weil jeder bei seiner Marke bleibt. Dazu teure Kärnten-Schühchen von Puma, in die unser Kind gar nie hineingepasst hat, wobei Babys eigentlich gar keine Schuhe brauchen. Ich fände eine Decke mit Kärnten-Schriftzug sinnvoller, die kann man wirklich brauchen, vielleicht kann man die sogar hierzulande produzieren!

Positiv ist mir beim Busfahren in Klagenfurt aufgefallen, dass es sehr nette Teenager gibt, die einem behilflich sind.

Öffentliche Gebäude (zum Beispiel Tiefgaragen) brauchen unbedingt einen zweiten Lift, falls einer ausfällt. Sonst ist man mit einem Kinderwagen immer aufgeschmissen.

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