"Lady H" und der Konsulent
Bei ihren Ermittlungen im Hypo-Komplex stießen die Ermittler auf eine gemeinsame Gesellschaft von Günter Striedinger und Wolfgang Kulterer.

Foto © APA/EggenbergerBeschäftigen Gerichte und Ermittler: Striedinger und Kulterer
Mindestens zwei Mal pro Woche treffen Wolfgang Kulterer und Günter Striedinger derzeit aufeinander - und zwar dann, wenn sie auf der Angeklagtenbank im Landesgericht Klagenfurt Platz nehmen müssen.
So distanziert das Verhalten der beiden ehemaligen Hypo-Vorstände im Gerichtssaal ist, war es allerdings nicht immer. 2001 gründeten sie mit ihrem privaten Geld gemeinsam eine Gesellschaft, die KNS GmbH. Spricht man Striedinger aber dieser Tage auf diese Gesellschaft an, sagt er nur "kein Kommentar" und dreht sich weg. Mittlerweile steht diese Firma nämlich im Fokus der Soko-Hypo und der Staatsanwaltschaft.
"Wir wollten mit dieser Gesellschaft Immobilienprojekte verwirklichen, aber durch unsere Funktionen in der Hypo ergaben sich Interessenskollisionen. Letztlich blieb das eine leere Gesellschaft", sagt Kulterer. Er betont, nie Aktionen für diese Firma gesetzt zu haben. Einzig eine Luxusjacht unter dem Namen "Lady H" soll über die Gesellschaft betrieben worden sein. Seit 2003 befindet sie sich laut Firmenbuch in Liquidation.
Darauf, welche Geschäfte mit der Gesellschaft geplant waren, lässt der Name jenes Mannes schließen, der für das "N" in "KNS" steht - Milan Naperotic. Vor zehn Jahren war er als Konsulent der Hypo in Kroatien unterwegs, trieb vor allem Immobilienprojekte voran. Laut der Internetplattform "necensurirano.com" soll er auch beste Kontakte zu Kroatiens Ex-Premierminister Ivo Sanader gepflegt haben, dem gerade in Zagreb der Prozess gemacht wird.
Apropos Prozess: Auch der Dritte auf der Anklagebank im aktuellen Hypo-Prozess, Gerhard Kucher, ist am Rande in den Fall "KNS" involviert. Die Gesellschaft firmierte unter der gleichen Adresse wie Kuchers Anwaltsbüro.













