Caritas: Mehr Arme, weniger Spenden
Der Bedarf an Hilfsleistungen der Kärntner Caritas steigt sprunghaft. Immer mehr Menschen sind von der sozialen Krise betroffen.

Foto © EggenbergerViktor Omelko hofft auf viele Spenden
KLAGENFURT. Am bevorstehenden Caritas-Sonntag hofft die katholische Hilfsorganisation auf möglichst hohe Spendeneinnahmen. Caritas-Direktor Viktor Omelko wies gestern darauf hin, dass die Zahl der Hilfsbedürftigen in Kärnten immer größer wird, die Summe der Spenden aber zurückgeht, weil es immer mehr private Spendenaktionen gibt. Die Caritas konnte 2011 nur deshalb ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen, weil ihr mehrere Erbschaften, darunter eine aus Kanada, zugedacht wurden.
"Gemeinsam Wunder wirken" lautet das Motto des Caritas-Sonntags. Wunder werden auch notwendig sein, um die steigende Zahl von Hilfsbedürftigen im Land ausreichend unterstützen zu können. Denn allein im Bereich der Sozialberatung ist die Zahl der Hilfssuchenden massiv, nämlich um 17 Prozent, angestiegen. Omelko nennt den Grund: "Aus der Wirtschafts- und Finanzkrise hat sich eine soziale Krise entwickelt, mit der wir jetzt konfrontiert sind."
Weil die Spenden der Kärntner zu 60 Prozent ins Ausland fließen, im Inland aber die Hilfsbedürftigkeit ansteigt, appelliert Omelko an die Menschen, am Sonntag großzügig in die Tasche zu greifen. Er macht zudem auf die Möglichkeit aufmerksam, 50 Prozent des Kirchenbeitrages der Caritas zu widmen. Diese Spenden sind steuerlich absetzbar.
86.000 Menschen in Kärnten fallen unter die Armutsgrenze. Viele davon scheuen sich davor, bei der Caritas vorstellig zu werden. Einige Zahlen zeigen jedoch, wie groß die Not im Lande ist: 2011 haben 10.000 Klienten die Lebensberatung in Anspruch genommen, weitere 10.000 die Telefonseelsorge angerufen.













