Bischöfliches Pilgern durch das Rosental
Am 5. Mai wird Kärntens erster Seniorenpilgerweg im Gedenken an den Rosentaler Bischof Jakob Paulitsch eröffnet.

Foto © MahlknechtJakob Paulitsch war Kärntens erster nichtadeliger Bischof
Nichts deutete bei Jakob Paulitschs Geburt 1751 darauf hin, dass er einmal Bischof werden sollte. Sein Vater war Drahtzieher in Glainach. Seine Mutter brachte ihn auf dem Weg nach Klagenfurt zur Welt. Ein Bischofskreuz kennzeichnet heute die Stelle, an der der spätere erste nichtadelige Bischof Kärntens so überraschend geboren worden war, dass dies ihm den Beinamen "Peregrinus" einbrachte, "Wanderer". "Passend, dass ihm zu Ehren nun ein Pilgerweg Stationen seines Lebens verbindet", findet Landesarchivdirektor im Ruhestand Alfred Ogris, der das geschichtliche Rüstzeug für die sieben Stationen geliefert hat.
Der neun Kilometer lange "Bischof Jakob Peregrinus Paulitsch Pilgerweg" wird der erste Kärntner Seniorenpilgerweg sein, erläutern die Organisatoren Norbert Zuffer und Renate Bohrisch: "Ideal für ältere Menschen, weil es nur eine einzige größere Steigung gibt, und für die wollen wir die Möglichkeit eines Bustransfers anbieten." Der Weg beginnt bei der Wallfahrtskirche Maria Rain und führt dann über das Bischofskreuz und den ehemaligen Pestfriedhof bei Glainach zur Valentinskirche, wo Paulitsch seine erste Messe als Priester feierte. Denn der arme Bub war so intelligent und fleißig gewesen, dass er in der Schule alle anderen überflügelte. Als Student so hervorragend wie arm, musste er sich bei den Kapuzinern um Armensuppe anstellen. "Wir sind stolz auf diese aus dem Rosental stammende Persönlichkeit", betont Organisator Zuffer.
Zum Seelenführer erkoren
Jakob Paulitsch wurde schon bald Dompfarrer und galt als guter Prediger. Wichtig für ihn war auch, dass Erzherzogin Marianne, eine Schwester von Josef II, ihn bis zu ihrem Tod als ihren "Seelenführer" erkor. Er wurde schließlich Dompropst und Generalvikar, bis er schließlich 1824 selbst zum Bischof geweiht wurde, damals schon über siebzig, und der erste Kärntner Bischof seit 352 Jahren, der auch aus Kärnten stammte. Frühere Angebote auf Bischofssitze außerhalb Kärntens hatte der Patriot hartnäckig ausgeschlagen. Nur drei Jahre sollte er als Bischof wirken. In dieser Zeit setzte er viel um: unter anderem Stiftungen für Medikamente für Bedürftige, für arme Witwen und Waisen und für mittellose Schüler, wie er selber einer gewesen war.
Als Bischof Paulitsch 1827 starb, trauerten viele um ihn. Bis heute lebt die Bewunderung weiter - nicht zuletzt in den Herzen von engagierten Privatleuten wie Porisch und Zuffer oder früher auch den Ferlacher Geschäftsleuten Ida und Andreas Ogris, auf deren Engagement maßgeblich die Errichtung der Bischof-Paulitsch-Kapelle in Unterferlach 1959 zurückging. So führen auch die letzten Stationen des Pilgerwegs an dem ehemaligen Geschäft von Ida Ogris vorbei über das Haus Rabitsch, aus dem außergewöhnlich viele Priester entstammen, zur Paulitschkapelle, wo der Seniorenpilgerweg sein Ende nimmt. "Wir sind gerade dabei, die 18 Hinweisschilder anzubringen," beschreibt Norbert Zuffer die Arbeiten, die bis zum Eröffnungstag des neun Kilometer langen Weges, dem 5. Mai, erledigt werden müssen.
Features
Pilgerweg
Eröffnung. Am 5. Mai um 8.30 Uhr eröffnet Generalvikar Guggenberger den Rosentaler Pilgerweg.
Gehzeit. Etwa vier Stunden, Schwierigkeitsgrad leicht, für Senioren geeignet.
Stationen. Wallfahrtskirche Maria Rain - Bischofskreuz - Pestfriedhof - Valentinskirche - Unterferlach 27 (ehemals Geschäft von Ida Ogris) - Unterferlach 23 ("Priesterhaus" Rabitsch) - Bischof Paulitsch-kapelle.
Gefördert. Von den Gemeinden Ferlach und Maria Rain sowie vom Land Kärnten im Rahmen des Programmes "Novicus".














