Großes Goldenes Ehrenzeichen für Haderlap
Ein literarisches Signal zum Aufbruch: Die Kärntner Autorin Maja Haderlap ist Montagabend mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen des Landes Kärnten ausgezeichnet worden.

Foto © KLZ/TraussnigBürgermeister Franz Josef Smrtnik, Karla Haderlap und ihre Tochter Maja Haderlap, Landeshauptmann Gerhard Dörfler, Valentin Inzko (von l.)
Maja Haderlap wirkt immer wieder auch selbst erstaunt, wie gut ihre "literarische Geisteraustreibung" funktioniert hat. "Langsam sickert die Überzeugung ein, dass Wörter berühren, dass Literatur wirkt", so die Autorin. Schließlich hat sie mit "Engel des Vergessens" nicht nur große Literatur geschaffen, sondern auch dem Land Kärnten und seinem Umgang mit der Minderheit einen Spiegel vorgehalten. Da passte es sehr gut, dass sie am Montag ausgerechnet im Spiegelsaal mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen des Landes Kärntens ausgezeichnet wurde.
Sie habe "gerade im historischen Jahr der Lösung der Kärntner Ortstafelfrage ein für die Volksgruppe, für Kärnten, aber auch für die literarische Welt außergewöhnliches Werk geschaffen", begründete Landeshauptmann Gerhard Dörfler die Auszeichnung, mit der "ein besonderes Zeichen in einer besonderen Zeit" gesetzt werden soll.
Überhaupt wurden am Montag im bis auf den letzten Platz besetzten Spiegelsaal neue Zeiten heraufbeschworen, wenn auch Haderlap meinte: "Das letzte Jahr hat gezeigt, dass man in Kärnten mutiger und zuversichtlicher sein kann." Und Laudator Horst Ogris befand: "Irgendetwas muss sich in den Köpfen der Menschen bewegt, verschoben haben. Als hätte ein Hauch von Föhn, vom Jauk oder Jug etwas zum Schmelzen gebracht, das fest gefügt wider die Vernunft gestanden ist, wie die übel beleumundete Karawanken-Felswand." Der Journalist erinnerte aber auch daran, dass die Bachmann-Preisträgerin von Menschen erzählt, die "man so weggedrückt, weggeschoben hat, dass sie sich eine Gegenwelt hauen müssen, um bestehen zu können". Ihr Roman sei ein "zutiefst menschliches Signal zum Aufbruch, zu sich selbst, zum slowenischen Nachbarn im Lande".
Diesen Aufbruch feierten mit Maja Haderlap zahlreiche Freunde und Verwandte, darunter ihr Onkel Anton Haderlap - er hat in seinem Buch "Graparji. So haben wir gelebt" von den Erinnerungen eines Kärntner Slowenen an Frieden und Krieg erzählt -, sowie Valentin Inzko , Diplomat und Obmann des Rates der Kärntner Slowenen, Erwin Kubesch, österreichischer Botschafter in Laibach, der Bad Eisenkappler Bürgermeister Franz Josef Smrtnik und Autorenkollegen wie Gustav Janu.














