Lizenz zum Melken und Kühe mit Gen-Patent
Veranstaltung weist am Samstag auf Gefahren der Patentierung von Nutztieren hin.

Foto © KKMichael Kerschbaumer, Bergbauer Radenthein
Als Organisator der Veranstaltung "Kein Patent auf Tiere" kritisieren Sie die Monopolstellung der Tierzuchtindustrie. Nur vier Konzerne beliefern die Welt mit Zuchtmaterial für Geflügel. Was ist die Gefahr?
MICHAEL KERSCHBAUMER: Internationale Genetikkonzerne arbeiten daran, Kenntnisse und Kontrolle über Gen-Daten unserer Nutztiere zu erlangen. Diese Daten werden mit Lizenzverträgen an Firmen weitergegeben, die dann Patente anmelden. So gibt es bereits die Lizenz zum Melken, weil Forscher bei einer bestimmten Kuh ein Gen lokalisiert haben, das für die Milchproduktion zuständig ist. Für Kühe aus dieser Zucht muss man Lizenzgebühr zahlen! Der Konzern Monsanto wollte ein Fleischleistungsgen bei Schweinen patentieren lassen.
Wie sind Kleinbauern betroffen?
KERSCHBAUMER: Genomzüchtungen und Fördergelder sind auf die Agrarindustrie ausgerichtet. Große Betriebe mit 60.000 Sauen sind verantwortlich für den Dioxinskandal, die strengen Hygieneverordnungen müssen kleine Betriebe ausbaden.
Was erwartet Interessenten bei der Veranstaltung?
KERSCHBAUMER: Die europaweit anerkannten Experten Helmut Schwarzenbacher, Susanne Gura und Ruth Tippe informieren über Genom-Analyse, Konzentration in der Tierzuchtindustrie und gentechnisch veränderte Tiere.
Kein Patent auf Tiere, Samstag 10 Uhr, Europahaus Klagenfurt. 14 Uhr Podiumsdiskussion: Rudi Vierbauch (Bio-Austria), Barbara Soritz (Arche Austria), M. Kerschbaumer. Kontakt: forum@kritische-tierhalter.at














