St. Ruprecht wird jetzt durchleuchtet
Immer wieder gibt es im Klagenfurter Stadtteil St. Ruprecht Konflikte - derzeit in der Schmalgasse. Jetzt soll eine Umfrage Brennpunkte ermitteln.

Foto © KLZ/Weichselbraun
St. Ruprecht hat mit 20,5 Prozent einen der höchsten Ausländeranteile Klagenfurts. In diesem ethnischen Schmelztiegel kam es immer wieder auch zu Konflikten. Derzeit beschweren sich, wie berichtet, die Bewohner der Schmalgasse über Lärm, Schmutz und dealende Schwarzafrikaner.
SPÖ-Gemeinderat Martin Lemmerhofer, der angekündigt hat, sich für eine Beleuchtung und abschließbare Tore für den Hof einer städtischen Wohnanlage einzusetzen, bekommt jetzt Schützenhilfe von FPK-Stadtrat Wolfgang Germ: "Ich werde seinen Antrag unterstützen." Sicher werde aber auch das Ordnungsamt, das bewusst in St. Ruprecht angesiedelt wird, viel verbessern, so Germ. Generell scheinen der Stadtteil und seine Probleme derzeit stärker ins Blickfeld der Stadtpolitik gerückt zu sein. So will zum Beispiel Bürgermeister Christian Scheider (FPK) in St. Ruprecht eine Sicherheitsumfrage vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) durchführen lassen: "Dann sehen wir gleich, wo die Ordnungshüter gebraucht werden und können sie entsprechend einsetzen."
Befragung der Haushalte
Laut Martin Kobald vom KFV wird bei dieser Umfrage in einem ersten Schritt analysiert, welche Delikte, wo und wie oft vorkommen. Danach werden alle St. Ruprechter Haushalte angeschrieben, um das subjektive Sicherheitsgefühl der Bewohner und gefährliche Orte zu ermitteln. "Die Bürger können am besten sagen, wo städtebauliche Maßnahmen sinnvoll sind", sagt Kobald. Die Gefahrenstellen werden dann von KFV-Experten, Exekutive und Streetworkern bewertet, die einen umfassenden Maßnahmenkatalog erarbeiten, um die Lebensqualität in St. Ruprecht zu verbessern.
An dieser scheint es seit Jahren zu hapern, wie auch 2003 eine Bürgerbefragung der Stadt zeigte. "Damals war besonders auffällig, dass sich vor allem St. Ruprechter eher nicht oder gar nicht sicher in ihrer Wohngegend fühlen", sagt Gabriele Stoiser von der Statistikabteilung. Außerdem wurde von vielen auch die Wohnqualität beanstandet.
Die Sicherheitsumfrage soll zeitgleich mit dem Ordnungsamt - also spätestens im Herbst - starten. Derzeit ist noch die Frage der Finanzierung offen. Ursprünglich hätte die Studie 28.000 Euro gekostet, von denen die Stadt 15.000 übernehmen hätte sollen. Dafür fand sich bisher allerdings keine politische Mehrheit. Bürgermeister Scheider ist jedoch zuversichtlich, dass man einen finanziellen Kompromiss finden werde.













