Schwerer Raub: 30 Monate Haft für 16-Jährigen
Am Mittwoch wurde am Landesgericht Klagenfurt ein 16-jähriger Räuber zu 30 Monaten unbedingter Haft verurteilt. Seine Mutter sagt: "Da läuft bei ihm was schief im Kopf."

Foto © Raunig"Ich wollte nur Auto fahren", sagt der 16-Jährige
Verhandlungssaal 129, 9 Uhr früh. In Begleitung eines Justizwachebeamten betritt ein schmächtiger Bursche den Saal. Er grüßt freundlich und lächelt etwas, als er seine Familie im Saal erblickt. Artig nimmt er auf der Anklagebank Platz. Dass der erste Eindruck, der 16-Jährige könne doch kein Wässerchen trüben, falsch ist, wird bald klar: Der Jugendliche hat am 3. Jänner in Klagenfurt einen Paketzusteller mit dem Messer bedroht, um an dessen Kastenwagen zu kommen. Der Mann wurde verletzt.
Der 16-Jährige, der die Hauptschule abgeschlossen hat und seitdem erfolglos auf Jobsuche ist, erzählt Richter Uwe Dumpelnik, was in jener Nacht in ihn gefahren ist: "Ich war bei einem Freund. Um 4 Uhr früh bin ich nach Hause und habe mich ins Bett gelegt. Plötzlich hatte ich die Idee, Auto zu fahren." Er stieg auf sein Fahrrad und suchte nach einem geeigneten Wagen. Richter: "Warum hatten Sie ein Messer dabei?" Antwort: "Ich weiß nicht - vielleicht wollte ich damit das Auto knacken."
In Fischl sah er dann, wie ein Paketzusteller aus einem Kastenwagen gestiegen war. Der Schlüssel steckte und der Motor lief. "Ich bin von hinten an ihn heran, habe ihm gesagt, er soll mir sein Auto geben und weggehen." In der Hand hielt er ein Messer. Die Klinge war so nahe am Körper des Zustellers, dass der leichte Schnittwunden erlitt. Das Opfer lief davon und der Bursche fuhr los. "Als ich keine Lust mehr hatte, Auto zu fahren, stellte ich den Wagen ab." Dann ging er schlafen. Stunden später vertraute er sich seinem Betreuer vom Jugendamt an.
Der Bursche entschuldigt sich für alles. Das Opfer sagt dann: "Tut's ihn nicht so viel bestrafen." Die Mutter schildert noch, dass ihr Sohn schon immer ein Faible für Autos gehabt und des Öfteren Spritztouren unternommen hat: "Da läuft bei ihm was schief im Kopf." So sieht es auch der Schöffensenat: Der vorbestrafte 16-Jährige wird zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt (nicht rechtskräftig).










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