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Zuletzt aktualisiert: 21.02.2012 um 05:10 UhrKommentare

Wärmeeinbruch: Nun drohen Eisstaus

Feuerwehren und Pioniere rüsten für Einsätze auf den Kärntner Seen. Der Wärmeeinbruch birgt für die Besitzer von Stegen und anderen See-Einbauten enorme Gefahren.

Im Vorjahr sorgte am Klopeiner See ein Eisstau für tagelange Einsätze von Feuerwehr und Heer

Foto © KLZ/TraussnigIm Vorjahr sorgte am Klopeiner See ein Eisstau für tagelange Einsätze von Feuerwehr und Heer

"Die Feuerwehren rund um die Seen sind sensibilisiert." So beschreibt Gerfried Bürger, Bezirksfeuerwehrkommandant von Klagenfurt-Land und Koordinator des Einsatzbootes "Kärnten", die Lage. Das Ende der "Eiszeit", der Wärmeeinbruch und die Gefahr aufkommender starker Winde birgt für die Besitzer von Stegen und anderen See-Einbauten enorme Gefahren. Am Klopeiner See hat im Vorjahr ein Riesen-Eisstau fast zwei Wochen lang die Einsatzkräfte auf Trab gehalten. "Sobald in den Eisdecken Löcher schmelzen, wird es kritisch", sagt Bürger.

Am Wörthersee werden stellenweise Eisdicken von einem halben Meter gemessen. Kommen Eisplatten einmal in Bewegung, wird es kritisch. Als gefährdet stuft Bürger neben der Bucht von Maria Wörth, die Bucht von Pörtschach sowie die Veldener Bucht ein. Kritisch könnte es erneut am Klopeiner See werden.

"In Zusammenarbeit mit der Gemeinde St. Kanzian haben wir nach den Erfahrungen des Vorjahres ein Konzept entwickelt, bei dem im Sommer im Bereich der eisstaugefährdeten Uferabschnitte Seile gespannt wurden, mit denen im Ernstfall Schollen fix verankert werden könnten", schildert Oberst Josef Lindner, Kommandant des Pionierbattalions Villach. Zudem hat man im Vorjahr eine Fähre entwickelt, auf der ein Bagger fixiert werden kann. Mit dem Gerät können dann Eisschollen zerkleinert werden. Unterstützung kommt auch von oben.

Bilder aus der Luft

Der Polizeihubschrauber "Libelle Flir" liefert aktuelle Bilder von der Konsistenz des Eises auf den Seen. Zwischen 80 und 100 Pioniere sind binnen 24 Stunden samt Gerät abmarschbereit. Gerfried Bürger warnt eindringlich vor einer Überschätzung der Möglichkeiten des Einsatzbootes: "Der Rumpf hat eine Aluminiumstärke von zwölf Millimetern. Die Stärke liegt in der Heckwelle des 150 PS starken Turbodieselmotors. Ein echter Eisbrecher bräuchte allerdings eine Stahlwanddicke von zwölf Millimetern aufwärts. So ein Boot haben wir allerdings nicht."

Und noch eines braucht die "Kärnten": Freies Fahrwasser, denn ihr Bug kann sich nicht, wie bei echten Eisbrechern, einen Weg durch den gefrorenen Wasserpanzer bahnen.


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