"Radfahren bitte nicht verbieten"
Klagenfurter FPK will Radfahrer aus Fußgängerzonen verbannen. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit macht gegen die Pläne mobil.

Foto © KLZ/TraussnigNoch ist es erlaubt, mit dem Rad über den Alten Platz zu fahren
Radfahren in der Altstadt? Diese Frage ist in Klagenfurt seit Jahren der Dauerbrenner. Bis vor eineinhalb Jahren war es Pedalrittern verboten, durch die Fußgängerzone zu radeln, dann wurde das Verbot wieder aufgehoben. Im Sommer entfachte die Diskussion um die Wiedereinführung des Verbotes erneut. Kaufleute haben sich bei Bürgermeister Christian Scheider (FPK) über Radfahr-Rowdys in den schmalen Gassen beschwert. Die Folge: Scheider kündigte an, die Radler erneut aus der Fußgängerzone zu verbannen (die Kleine Zeitung berichtet).
Doch bis heute ist ein dafür notwendiger Gemeinderatsbeschluss ausständig. Jetzt haben sich Verkehrsstadtrat Peter Steinkellner (ÖVP) und Martin Kobald vom Kuratorium für Verkehrssicherheit zusammengetan, um das angekündigte Verbot zu verhindern. "Radfahrer und Segways beleben unsere Innenstadt. Durch dieses sinnlose Verbot verbauen wir uns nicht nur das Image einer fahrradfreundlichen Stadt, sondern auch die Pläne für das erste Shared-Space-Konzept in Klagenfurt", kritisiert Steinkellner. Wie berichtet, will Steinkellner einen Teil der umgestalteten 10.-Oktober-Straße noch heuer zu einer sogenannten Begegnungszone ausbauen.
Basis für Shared Space
"Solche Zonen gibt es bereits in Graz. Hier treffen sich Autos, Radfahrer und Fußgänger auf einer Ebene", sagt Kobald. Das Um und Auf dafür ist gegenseitige Rücksichtnahme. Und das sei auch in der Fußgängerzone sowohl von Radfahrern als auch von Fußgängern gefordert. Kobald verweist auf den Vertrauensgrundsatz in der Straßenverkehrsordnung. 2011 wurde dieser um das "Rücksichtnahme-Gebot" erweitert. Es besagt, dass sich Verkehrsteilnehmer gegenüber Personen, die vom Vertrauensgrundsatz ausgeschlossen sind (Kinder, ältere und beeinträchtigte Menschen), tolerant zu verhalten haben. "Dazu gehört auch, vom Rad zu steigen, wenn es die Situation erfordert", erklärt Kobald.
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Bild vergrößernAuf dem Grazer Sonnenfelsplatz bei der Uni-Mensa fahren die Verkehrsteilnehmer seit Oktober 2011 auf Shared Space abFoto © KLZ/Fuchs
Auf dem Grazer Sonnenfelsplatz bei der Uni-Mensa fahren die Verkehrsteilnehmer seit Oktober 2011 auf Shared Space abGrafik © KLZ/Fuchs
Shared Space
Prinzip. Shared Space lässt sich am besten mit "gemeinsam genutzter Raum" übersetzen. Autos, Radfahrer und Fußgänger befinden sich auf einer Ebene und sind gleichberechtigt. Es wird weitgehend auf Verkehrszeichen, Ampeln und Fahrbahnmarkierungen verzichtet. Die Verkehrsteilnehmer müssen sich nach der Straßenverkehrsordnung (StVO), wie Rechtsregel, Vertrauensgrundsatz sowie angemessene Geschwindigkeit, richten.














