Feuerwehr scharf auf Senf-Fabrik
Landesfeuerwehrverband überlegt Kauf des benachbarten Mautner- Markhof-Areals in Fischl. Denkmalschutz könnte Problem darstellen.
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Wo einst Hefe, Essig und Senf erzeugt wurden, sind heute nur noch die Spuren des Verfalls zu sehen: Zerschlagene Fenster, heruntergekommene Gebäude, verwüstete Innenräume sowie haufenweise Sperrmüll. Die Rede ist vom Mautner-Markhof-Areal im Klagenfurter Stadtteil Fischl. Seit die Unternehmerfamilie den Betrieb vor Jahrzehnten stillgelegt und das Areal bis zur Jahrtausendwende nur noch für Lagerzwecke genutzt hat, ist das Gelände beim Fischl-Park zunehmend verwahrlost. Zwar gab es immer wieder Interessenten für das Grundstück, doch passiert ist - bis auf einen ominösen Brand voriges Jahr - nichts.
Jetzt hat der benachbarte Landesfeuerwehrverband ein Auge auf das gut zwei Hektar große Areal geworfen. "Wir könnten auf dem Grundstück endlich unser Übungsareal einrichten, das wir dringend benötigen", sagt Landesfeuerkommandant Josef Meschik. Ihm schwebt eine "sanfte Bebauung" vor, die sich in die Landschaft integriere. "Die wenigen flachen Bauten, die wir dort errichten würden, sollten begrünt werden, damit von außen nur ein Hügel zu sehen ist", erklärt Meschik.
Auch für den Kindergarten Fischl, der im angrenzenden Herrenhaus untergebracht ist, wäre laut Meschik die Neugestaltung eine Bereicherung: "Direkt vor dem Kindergarten würden wir einen Park errichten, der als Puffer zwischen Verband und Kindern dienen könnte." Unterstützung bekommt er von Feuerwehrreferent und Bürgermeister Christian Scheider (FPK), der verspricht, sich für die Pläne einzusetzen: "Das ist die große Chance, um dort ein wichtiges Ausbildungszentrum zu schaffen."
Abriss
Rund zwei Millionen Euro müsste der Landesfeuerwehrverband für die zwei Hektar berappen. Die Bedingung für den Kauf aber ist, dass das Grundstück "besenrein" übergeben wird. Sprich: Alle Gebäude müssen abgerissen werden. Man sei mit dem Eigentümer schon im Gespräch. Ein Komplettabriss kommt für das Bundesdenkmalamt aber nicht infrage. Zwar steht kein Gebäude unter Denkmalschutz, doch wären laut Landeskonservator Axel Hubmann zwei Hallen erhaltenswert: "Es ist nicht auszuschließen, dass diese vom Landesfeuerwehrverband sinnvoll genutzt werden könnten." Das aber stellt für Meschiks Pläne ein Problem dar: "Wenn die Gebäude stehen bleiben müssen, dann müssen wir uns den Ankauf nochmals überlegen."
Stadtplanungsreferentin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) will sich mit allen Beteiligten zusammensetzen: "Es ist auch in meinem Interesse, dass auf dem Areal endlich etwas passiert. Die Pläne sind sinnvoll. Ich bin mir sicher, dass wir eine gute und vor allem finanzierbare Lösung für alle finden werden."













