Auch Condor geht der Atem aus
Die Deutsche Fluglinie Condor bedient Klagenfurt in der Sommersaison nicht mehr. Die Kärntner Tourismuswirtschaft ist über das schnelle Ende erstaunt.

Foto © AP/MeissnerCondor: kein Herz mehr für Kärnten
Die Zahl der Fluglinien in Kärnten schmilzt dahin, wie Frühjahrsschnee. Zur Überraschung der Kärntner Passagiere gibt die deutsche Fluglinie Condor nach einem allzu kurzen Intermezzo schon am 18. März ihren Abschied von Klagenfurt. Flughafen-Chef Hannes Gatterer betont zwar, dass Condor immer vorgehabt hatte, lediglich im Winter von Klagenfurt nach Berlin und Hamburg zu fliegen, dennoch ist die Kärntner Tourismuswirtschaft über das schnelle Ende erstaunt.
Auch für den Chef der Kärnten Werbung, Christian Kresse, kommt das Aus mitten in der Saison überraschend. "Wir waren immer der Meinung, Condor würde auch im Sommer fliegen. Die Kooperationsbereitschaft der Deutschen war allerdings sehr gering." Immerhin habe die Kärnten Werbung beim Condor-Start im Dezember rund 50.000 Euro für eine Marketingaktion in Hamburg springen lassen. Auch die Kärntner Hoteliers haben sich erstmals bereit erklärt, mehr als tausend Flugtickets aufzukaufen und "Inclusiv-Pakete" für die Gäste zu schnüren. Der Atem der deutschen Fluglinie reicht aber nicht einmal mehr bis Ostern. Laut Gatterer betrug die Auslastung des 170-sitzigen Condor-Airbus rund 60 Prozent.
Damit nicht genug: Mit Ende des Winterflugplanes folgt dann das Aus für den Lufthansa-Wochenendflug nach Frankfurt und Ryanair stellt Ende März den Winterflug nach Schweden ein.
Übrig bleiben nur noch die AUA, die immerhin ihre täglichen Wien-Rotationen auf fünf pro Tag aufgestockt hat, Ryanair und Germanwings, die immerhin jetzt täglich von Klagenfurt nach Köln-Bonn fliegt, statt vier bis fünfmal pro Woche. "Wir haben mit Condor verhandelt und hoffen, dass die Strecke im nächsten Winter wieder aufgenommen wird. Für den Sommer gab's kein Interesse," erklärt Gatterer.
Die Kärnten Werbung hat nun reagiert und neue Flugpläne aufgelegt, wo alle umliegenden Flughäfen von Laibach bis Venedig angeführt sind.
Die Kärntner werden sich indes von Direktflügen verabschieden müssen. Umsteigemöglichkeiten gibt es in Köln und Wien nach ganz Europa. Auch ist die Hochblüte der Billigflieger, die längst nicht mehr billig sind, vorbei.













