153 Pakete brachten ihn ins Gefängnis
Ein 24 Jahre alter Kärntner ist am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt wegen Untreue nicht rechtskräftig zu 18 Monaten Haft verurteilt worden, davon sechs Monate unbedingt.

Foto © Traussnig
Dutzende interessierte Zuhörer starren den 24-Jährigen mit der XL-Jeans an, als er vom Justizwachebeamten in den randvollen Schwurgerichtssaal gebracht wird. Er will cool wirken, doch man merkt ihm an, dass er sich jetzt schämt. Im Saal fragt man sich: Was hat diesen mehr oder weniger tadellosen jungen Paketzusteller aus gutem Elternhaus dazu gebracht, mit 153 Paketen einfach zu verschwinden? Wie verzweifelt waren wohl seine Eltern, die tagelang nichts von ihm gehört hatten? Warum hat er bloß so einen Blödsinn gemacht? Den Job machte der gelernte Schlosser gerne und laut seiner Ex-Chefin auch gut. Und Schulden hat der Oberkärntner auch keine. "Ich bin da durch Herrn J. reingeschlittert", sagt er. Herrn J. hat er bei seiner Nachbarin kennengelernt und ihn dann bei sich wohnen lassen."Er wusste, was ich arbeite und hat dann irgendwann gemeint, es könnte funktionieren, mit den Paketen zu verschwinden. Er würde wissen, wie wir damit Geld kriegen." Der Rat fragt nach: "Aber Ihnen war schon klar, dass das strafbar ist, oder?" "Klar - aber ich bin eben irgendwie gutmütig." Und offenbar auch naiv.
Sie fuhren mit den Paketen nach Slowenien. Der Plan von Herrn J. ging nicht auf. Nach drei Tagen ohne Essen, Dusche und Verkaufserfolg lagen die Nerven blank. "Haben Sie da nicht überlegt, aufzugeben?", fragt der Richter. "Logo. Ich habe eh keinen Bock mehr gehabt." Sie entsorgten die Pakete in einem Wald. Kurz danach wurden sie verhaftet. Der Richter: "Wie viel Geld habt ihr verdient?" "Nix, gar nix."
Unter Tränen entschuldigt sich der 24-Jährige mit dem "eigentlich hellen Köpfchen" (Verteidiger) bei seiner Ex-Chefin: "Ich will dafür geradestehen." Das muss er auch: 18 Monaten Freiheitsstrafe wegen Veruntreuung, sechs Monate davon muss er ins Gefängnis - nicht rechtskräftig.










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