Klagenfurter Fernheizwerk statt Gasdampfkraftwerk?
Kann das Klagenfurter Fernheizwerk, das derzeit 23.000 Haushalte versorgt, saniert werden? Nein, sagen die Betreiber. Das sei "unmöglich und unwirtschaftlich".

Foto © Weichselbraun
Gleich mehrere Seiten in dem vor 21 Jahren erschienen Buch "Baudenkmäler der Technik und Industrie in Österreich" sind dem Fernheizwerk gewidmet. Auch Museen, die auf der Suche nach neuen alten Maschinen sind, klopfen regelmäßig bei den Stadtwerken an. Sie müssen vertröstet werden. Das Klagenfurter Fernheizwerk ist zwar historisch, aber noch in Betrieb.
"Die Anlage war 1949 die ersten dieser Art in Österreich. Ausschlaggebend für die Errichtung an dieser Stelle war das LKH, das einer der ersten Kunden war", erklärt Heinz Koch, Geschäftsführer der KEG. Die Tochterfirma von Stadtwerken und Verbund ist 2005 zur Errichtung des umstrittenen Gasdampfkraftwerkes (GDK) an der Gemeindegrenze zu Ebenthal gegründet worden. Seither hagelt es Proteste und immer wieder tauchte eine einfache Frage auf: Warum saniert man statt neu zu bauen nicht das bestehende Fernheizwerk, dessen Betriebsgenehmigung in der derzeitigen Form 2015 ausläuft?
"Das ist unmöglich und unwirtschaftlich", sagt Koch. "Die Technologie ist nicht mehr zeitgemäß. Für eine Umrüstung müsste man das ganze Werk schließen. Wer versorgt dann die 23.000 angeschlossenen Haushalte mit Wärme und Strom?" Mit dem GDK könne man - im Unterschied zur bisherigen, mit Schweröl betriebenen Anlage - mehr Strom erzeugen. "Derzeit müssen die Stadtwerke 85 Prozent zukaufen", rechnet Koch vor. Schützenhilfe kommt von Bürgermeister Christian Scheider (FPK): "Das GDK ist eine saubere und ökologische Übergangslösung, bis erneuerbare Energien soweit entwickelt sind, dass man zur Gänze auf sie umsteigen kann."
Wann umgestiegen werden kann, ist offen. Die GDK-Gegner haben gegen den positiven Bescheid der UVP Berufung eingelegt. Darüber entscheidet nun der Umweltsenat in Wien. In der Zwischenzeit geht es im alten Fernheizwerk nicht nur temperaturmäßig heiß her: Weil es die Herstellerfirmen vieler noch in Betrieb befindlicher Maschinen nicht mehr gibt, müssen die Mitarbeiter bei Reparaturen und Wartung kreativ sein.










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