Landesholding: "Reduktion der Häuptlinge"
Nach dem Rücktritt von Josef Martinz bleibt im Dschungel der Landesfirmen kein Stein auf dem anderen. Der Poker um die künftige Struktur der Kärntner Landesholding und um die Managerposten auch in den eingegliederten Landesfirmen ist voll entbrannt.

Foto © KLZ/Weichselbraun (Archivbild)Harald Dobernig (links) und Uwe Scheuch
"Wir brauchen eine Reduktion der Häuptlinge", gaben die FPK-Politiker Uwe Scheuch und Harald Dobernig, die Linie für die Landesmanager vor. Unklar ist auch der Oberhäuptling. Für die FPK ist nämlich keineswegs gegessen, dass der neue ÖVP-Landesrat Achill Rumpold, der statt Martinz in den Holding-Aufsichtsrat geht, dort auch zum Vorsitzenden gewählt wird, wie dies Martinz war.
"Es ist keine Erbpacht, dass Rumpold das wird", sagte Dobernig. "Es muss ein Arbeitsprogramm bis 2014 vereinbart werden, sonst schlagen wir Scheuch für den Vorsitz vor. Eine Holding-Reform ist Gebot der Stunde."
Rumpold sieht kein Problem: "Wenn die FPK jahrelange Forderungen der ÖVP als Arbeitsprogramm definiert, wird das nicht schwer sein."
Drei Säulen
Die Landesholding soll drei Säulen haben: Beteiligungen, Förderung und Standortbewerbung, sagten Rumpold und Dobernig unisono. Die Holding-Vorstände sollen da auch operativ werden. Es gehe nicht, dass Flughafen, Kärnten Werbung und Tourismusholding alle etwas anderes tun, monierte Scheuch. Gepokert wird ums Detail, wer seine Recken auf welchem Posten in Stellung bringt. Für die Landesholding-Vorstände Hans-Jörg Megymorez und Gert Xander gab es von Dobernig und Scheuch Lob - "sie haben unter Martinz' Vorsitz gelitten" - aber natürlich keine fixe Vorhersage auf Verlängerung. Ihre Verträge laufen in den nächsten Monaten genauso ab, wie jene der KWF-Chefs Erhard Juritsch und Hans Schönegger. Das gilt auch für Johannes Gatterer (Flughafen), Reinhart Zechner (KTH) und Christian Kresse (Kärnten Werbung).
Laut Scheuch soll es nicht nur weniger Häuptlinge, sondern auch "erhöhten Druck" durch kürzere Verträge geben sowie Gehälterreduktionen auf das Niveau der Gehaltspyramide.
Ab 2014 lautet die Forderung der FPK: Opposition raus aus dem Landesholding Aufsichtsrat! Per Gesetzesänderung soll der Aufsichtsrat nicht mehr im Proporz des Wahlergebnisses beschickt werden, sondern nach Mehrheitsbeschluss der Landesregierung, am besten mit Experten. "Die parteipolitische Verbindung war der falsche Weg", so Scheuch, der dies mit der Oppositionsrolle der zwei SPÖ-Aufsichtsräte Reinhart Rohr und Oliver Stauber begründete.
"Die FPK versucht, aus der Landesholding kritische Stimmen zu entfernen und mundtot zu machen", kritisierte Rohr das "Denken der Scheuchs". Es sitzt ja sogar Kurt Scheuch im Holding-Aufsichtsrat, obwohl er zugleich auch Aufsichtsratschef der Spitalsholding Kabeg ist. Rolf Holub (Grüne) fordert ein Landtags-Hearing für Aufsichtsräte.










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