Ein Stadtteil kämpft gegen Drogengefahr
Aktion scharf gegen Dealer: Ordnungshüter, Sonderdrogenfahnder und Unternehmer wollen ein drogenfreies St. Ruprecht. Und dafür setzen sie ungewöhnliche Maßnahmen.

Foto © Fotolia
St. Ruprecht - ein Hotspot für Drogenhandel? "Ja, das Problem: Hier wird auf offener Straße gedealt, das kann man nicht totschweigen", sagt Gottlieb Schrittesser, Leiter der Polizei-Sonderermittlungsgruppe "Suchtmitteldelikte" im Stadtpolizeikommando. "Hier gibt es eindeutig einen Handlungsbedarf." Schwarzafrikanische Dealer machen vor allem rund um den Kinoplatz ihre Geschäfte. Die Konsumenten, die hier auch zu Heroin und Kokain kommen, reisen aus ganz Kärnten an.
Nicht nur die Polizei hat längst das Problem erkannt und Maßnahmen ergriffen. Sie schickt nun bereits seit April des Vorjahres verdeckte Sonderfahnder in den Stadtteil. Auch die ansässige Bevölkerung will kämpfen. Wolfgang Gröller, Geschäftsführer des Hotels Atrigon auf dem Kinoplatz, sagt: "Viele unserer internationalen Gäste vergleichen die Situation sogar mit Vororten von englischen Städten oder Problemvierteln großer Städte wie New York."
Kostenlose Räumlichkeiten
Die Drogen alleine sind es nicht. Auch Vandalismus, Belästigungen und Müllablagerungen zählen zu den vorrangigsten Problemen im Stadtteil. Die Folge: Mittlerweile sind zahlreiche Geschäftslokale leer. Bewohner und Unternehmer schmiedeten deshalb einen Plan: Man will öffentlichen Einrichtungen kostenlos Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. "Wir haben der Stadt angeboten, unsere leer stehenden Räume auf dem Kinoplatz als Stützpunkt für das Ordnungsamt zu nutzen", sagt Gröller. Gesagt, getan. Neben der fixen Ansiedelung des Ordnungsamtes seien weitere Ansiedelungen von Einrichtungen im Kunst- und Kulturbereich geplant: "Die Stadt ist gerade dabei, das zu prüfen. Durch das Engagement von Bürgern und der Stadt haben es schließlich andere Städte auch geschafft, vergessene Bezirke, wie den sechsten Wiener Bezirk oder Le Marne in Paris, wie Phönix aus der Asche zu heben", ist Gröller überzeugt. Gemeinsam mit den Ordnungshütern, Polizisten und wachsamen Bewohnern will man dem Stadtteil künftig zu einem besseren Image verhelfen.
Die St. Ruprechter Drogenfahnder haben dafür den ersten Grundstein gelegt: Sie haben 15 schwarzafrikanische Asylanten als Dealer und mehr als 50 Drogenkonsumenten geschnappt. Zudem wurden Sachbeschädigungen und Einbrüche geklärt.
Features
15 Dealer gefasst
St. Ruprecht. Drogenfahnder der Ermittlungsgruppe "Suchtmitteldelikte" im Stadtpolizeikommando konnten seit April 2011 15 Verdächtige festnehmen. Davon wurden neun schwarzafrikanische Asylanten mittlerweile rechtskräftig verurteilt. Die Beamten konnten 50 Drogenkonsumenten anzeigen sowie eine Serie von Einbrüchen und Sachbeschädigungen, wie auch einen Raub, klären.













