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Zuletzt aktualisiert: 18.01.2012 um 20:59 UhrKommentare

Eine Pleite mit Ansage und vielen Fouls

Ex-Präsident Loibnegger sei Schuld am Konkurs des SK Austria Klagenfurt, so die "offizielle" Darstellung. In einem unter Verschluss gehaltenen Gutachten schaut die Sache anders aus.

Foto © GEPA

1. Laut Ex-Präsident Josef Loibnegger hat die Stadt Klagenfurt der Austria Subventionen zugesagt, diese aber nie bezahlt. Stimmt das?
ANTWORT: Ja. Zu dem Schluss kommt Erich Schumach in seinem Gutachten für die Staatsanwaltschaft. Als Beweis führt er ein Schreiben von Bürgermeister Christian Scheider, Finanzreferent Albert Gunzer und Ex-Sportstadtrat Manfred Mertel an. Am 14. Juni 2010 sagten sie der Austria 150.000 Euro zu. Ein Jahr später wurde daraus lediglich eine "Bemühenszusage" und zudem waren die 150.000 Euro plötzlich Teil der von der Stadt gewährten 550.000 Euro Subvention. Auch jene von der Stadt im Dezember 2010 zugesagten 80.000 Euro hat die Austria nicht bekommt.

2. Pleite seit ihrer Gründung. Das war der Ruf, der der Austria Klagenfurt vorauseilte. Wann war der Fußballklub tatsächlich zahlungsunfähig?
ANTWORT: "Der Verein SK Austria Klagenfurt ist unter Berücksichtigung der ausstehenden Subventionszusagen (inklusive Finanzierung SC St. Stefan) der Stadt Klagenfurt und des bestehenden Vertrages mit der Firma Sportpark GmbH zu den Stichtagen 31. 12. 2010 bis 30. 4. 2011 nicht überschuldet", heißt es im Schumach-Gutachten. Interessant: Mit 30.4.2011 trat Josef Loibnegger als Präsident der Austria zurück. Nach Bekanntwerden der (angeblichen?) finanziellen Probleme der Austria hatten Aufsichtsratsmitglieder und Stadtpolitiker Loibneggers Rücktritt gefordert.

3. Stimmt es, dass Austria-Funktionäre den Verein abgezockt und zur Pleite beigetragen haben?
ANTWORT: So einfach ist die Sache nicht: Die Kritik richtet sich gegen Ex-Sportdirektor Helmut König und den ehemaligen Cheftrainer Walter Schoppitsch. König hat laut Gutachten aber kein Gehalt bekommen, sondern "nur" 1500 Euro monatliche Aufwandsentschädigung. Schoppitsch erhielt pro Monat 1200 Euro brutto plus maximal 2500 Euro Spesenersatz. Und beide haben bereits im April 2011 mündlich zugesagt, auf die Entgeltfortzahlungen zu verzichten. Am 11. Mai folgte die schriftliche Verzichtserklärung von König und Schoppitsch.

4. Welche Rolle spielte in der Causa SK Austria der Aufsichtsrat? War er stets informiert?
ANTWORT: Der Aufsichtsrat war gemäß der Kleinen Zeitung vorliegenden Protokollen bei den Präsidiumssitzungen regelmäßig vertreten (meist durch Matthias Reichhold oder Franz Widrich) und war demnach über die Beschlüsse nicht nur informiert, sondern hat sie auch mitgetragen. Wiederholt wurde seitens des Gremiums aber erklärt, von den (finanziellen) Vorgängen im Klub nur mangelhafte Kenntnisse zu besitzen. Andererseits behauptete Reichhold bei einer Zeugeneinvernahme (2. 8. 11) über Verbindlichkeiten des Klubs in Höhe von 678.000 Euro.

5. Wie wurden die finanziellen Probleme der Austria zu einem Fall für die Justiz?
ANTWORT: Eine Anzeige der Stadt Klagenfurt rief die Staatsanwaltschaft auf den Plan. Die Stadt warf Ex-Austria-Präsident Josef Loibnegger, dessen ehemaligem Stellvertreter Johann Slocker, Ex-Cheftrainer Walter Schoppitsch und Ex-Sportdirektor Helmut König Untreue, grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen und Förderungsmissbrauch vor. Das Gutachten des Sachverständigen Erich Schumach war letztendlich der entscheidende Grund für die Zurücklegung der Anzeigen durch die Staatsanwaltschaft.

HUBERT GIGLER, JOCHEN HABICH

Fakten

Der Klub. Der SK Austria Klagenfurt wurde 2007 als Verein gegründet. Am 2. 8. 2010 erfolgte die Bildung einer Spielgemeinschaft mit dem damals insolventen SC St. Stefan/Lavanttal. Am 13. März 2011 wurde ein Verschmelzungsvertrag zwischen den Vereinen abgeschlossen. Laut Gutachten ist die Fusion aber vermögensrechtlich und faktisch nicht erfolgt.

Konkurs. Am 8. Juli wurde das Konkursverfahren eingeleitet und im Herbst abgeschlossen.

Präsidenten. Josef Loibnegger war bis 30. 4. 2011 Präsident, ihm folgten Johann Slocker, Matthias Dollinger und (aktuell) Peter Svetits.

Aufsichtsrat: Mitglieder des Aufsichtsrates in der Präsidentschaft Loibnegger: Matthias Reichhold (Vorsitzender), Franz Widrich, Helmut Müller, Robert Glock, Berndt Triebel, Wolfgang Modritz (bis 12/2010).

WAC unterliegt Sturm

Auch im zweiten Test gab es für den WAC nichts zu holen. In Graz unterlag der Erste-Liga-Klub gegen Sturm Graz 2:4 (1:0). "Vor der Pause waren wir besser als Sturm. Danach habe ich viel getauscht", berichtete Trainer Nenad Bjelica, der mit Zugang Solano sehr zufrieden war.

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