Bedingte Haft für Ex-Fußballer
Ex-Fußballer bestellte Ausrüstung für Verein, zahlte aber nicht. Wegen schweren gewerbsmäßigen Betruges wurde er zu einem Jahr bedingter Haft verurteilt.

Foto © RAUNIG Der Angeklagte (mit Verteidigerin Mirjam Stanic) will seine finanzielle Situation in Griff bekommen
KLAGENFURT. Nach einem schweren Foul mit einer Gelben Karten davongekommen, würde man in der Diktion der Fußballszene sagen. Wegen schweren gewerbsmäßigen Betruges wurde ein Ex-Fußballprofi (35) am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt zu einem Jahr bedingter Haft verurteilt. Er hatte von einem italienischen Ausstatter Sportbekleidung bestellt, diese Waren aber nie bezahlt.
"Ich habe mich schlecht informiert und war naiv. Mein Geschäftspartner hat mich getäuscht", erklärte der unbescholtene Angeklagte, der in den letzten Jahren weder sportlich noch geschäftlich vom Glück verfolgt war. Als Spieler erlebte er die Pleite des Bundesligaklubs Austria Kärnten hautnah mit. Nebenbei versuchte der Mann, sich als Vertreter für Sportausrüstung ein zweites Standbein aufzubauen. Mit einem steirischen Sportmanager sollte eine Firma gegründet werden. Der Mann - inzwischen wegen Veruntreuung verurteilt - musste aber kurz darauf Konkurs anmelden.
2010 bestellte der 35-Jährige mehrmals Sportbekleidung bei einer italienischen Firma - über ein fragwürdiges Konstrukt. Um bessere Konditionen zu erhalten, erfolgten die Bestellungen, die insgesamt über 15.000 Euro ausmachten, über das Konto eines steirischen Unternehmers und Funktionärs eines Handballklubs. Die Zugangsdaten für das Konto hatte wiederum der Manager vermittelt. Die Dressen verkaufte der Angeklagte an den Regionalligaklub Austria Klagenfurt, für den er mittlerweile spielte. Damit bezahlte er einen Teil seiner privaten Schulden, nicht aber die Rechnungen des Lieferanten. Mittlerweile hat der Ex-Fußballer einen Teil des Schadens gutgemacht.













