Uni-Konflikt überschattete Neujahrsfeier
Viele Gäste des Neujahrsempfangs der Alpen-Adria-Universität waren gespannt auf das erste öffentliche Aufeinandertreffen der Kontrahenten. Leider wurden sie nicht enttäuscht.

Foto © Eggenberger
Die Uni Klagenfurt darf nicht Schloss Bellevue werden! Was immer der deutsche Bundespräsident macht - alle warten, dass sich die Spannung krachend entlädt.
Beim Neujahrsempfang der Alpen-Adria-Universität (AAU) am Freitag war es ähnlich. Der Uni-Rat und seine Vorsitzende Herta Stockbauer wollen Rektor Heinrich Mayr abservieren. Mayr ist dagegen. Nur: Wie gehen die beiden am AAU-Ehrentag mit dem wochenlangen Konflikt um? Entlädt sich die Spannung öffentlich?
Erst mal nicht! Mayr präsentierte die beste AAU aller Zeiten: erstmals schwarze Zahlen, 15 Prozent der Bilanzsumme als Eigenkapital, fast 10.000 Studierende, darunter 1567 Gäste aus 79 Nationen. Er lobte auch die Sicherstellung der Gründe nördlich der Uni, an deren Zukunft sich der Streit zwischen Uni-Rat und Rektor entzündet hatte. Zum Schluss sprach er einen Satz, der Rektoren selten über die Lippen kommt: "Mit unserem Budgetanteil nach der Uni-Milliarde können wir sehr gut leben!"
Uni-Rat-Chefin Herta Stockbauer war nicht so feierfroh gestimmt. Die vielen Besucher seien wohl eher wegen des Trennenden zwischen Rektor und Uni-Rat gekommen und weniger wegen der universitären Leistungsbilanz. Ohne ihn beim Namen zu nennen, warf sie Mayr vor, durch Medienkontakte Vertrauen zerstört zu haben. Sie kritisierte "Widerstand und Widerwillen" von Uni-Angehörigen, die neuen Uni-Strukturen zu akzeptieren und warnte davor, sich gegen sie "zu stemmen, auch wenn sie unangenehm und schmerzhaft" sein könnten.
Nicht wenige Gäste waren irritiert, so wie die Wiener Vizerektorin Ulrike Sych: "Ich bin wie vor den Kopf geschlagen. Solche Konflikte kann man doch nicht in aller Öffentlichkeit und vor Gästen austragen, die gar nicht wissen, worum es geht." Andere hingegen schätzten die couragierte Art, mit der Stockbauer den wunden Punkt anpeilte.
Den größten Applaus erntete danach ÖH-Sprecher Stefan Sagl: "Weniger reden! Mehr tun!"













