Park-Pleite: Land lädt zu Pendlergipfel
20.000 Pendler kommen täglich mit dem Auto nach Klagenfurt. Für sie sollen nun gemeinsam Lösungen gesucht werden.

Foto © WeichselbraunDie "Park & Ride"-Anlagen stehen leer
Für Pendler wird es in Klagenfurt immer enger. Die "Park & Ride"-Anlagen bei Minimundus und CineCity sind bereits kostenpflichtig, ab März wird dies auch der Messe-Parkplatz. Zum Ärger der Autofahrer über die Gebühren kommt der Zeitverlust durch schlechtere Busverbindungen zu den Arealen am Stadtrand. Auf den "Park & Ride"-Plätzen herrscht gähnende Leere, seit sie nicht mehr von eigenen Shuttlebussen, sondern nur noch von Linienbussen angefahren werden.
"Das gehört gelöst", fordert jetzt Landeshauptmann und Verkehrsreferent Gerhard Dörfler angesichts der großen Zahl an Betroffenen. Sage und schreibe 30.000 Kärntner (Schüler nicht mitgerechnet) pendeln an jedem Werktag nach Klagenfurt. Rund 10.000 davon benutzen Bus und Bahn. "Durch die Einführung der Schnellbahn und der Schnellbusse aus vielen Bezirksstädten wird der öffentliche Verkehr jetzt besser als zuvor und besser als in anderen Regionen angenommen", freut sich ÖBB-Sprecher Christoph Posch.
Was tun mit den verbleibenden 20.000 Pendlern? Das soll nun bei einem Gipfel von Stadt, Land, Stadtwerken und ÖBB geklärt werden, den Dörfler so bald wie möglich einberufen will. "Viele benutzen das Auto nicht aus Jux und Tollerei, sondern weil sie darauf angewiesen sind", sagt der Landeshauptmann und verlangt: "Die bestehenden Parkplätze am Stadtrand müssen wieder belebt werden. Da gehört das Angebot dringend verbessert."
Zusätzlich kann sich Dörfler dezentrale "Park & Ride"-Anlagen vorstellen: "Es gibt ja schon jetzt einige Fahrgemeinschaften. Das lässt sich ausweiten, wenn man schon dort Parkmöglichkeiten schafft, wo viele Pendler auf die Autobahn nach Klagenfurt auffahren, zum Beispiel am Knoten Villach oder für den Unterkärntner Raum im Bereich der Autobahnauffahrt Griffen." Das wird sehr viel Überzeugungsarbeit brauchen, weiß der Landeshauptmann. Er setzt dabei auch auf finanzielle Argumente: "Geteilte Benzinkosten sind halbe Benzinkosten."
Features
Öffentlicher Verkehr
Erfolg. 10.000 der insgesamt 30.000 Klagenfurt-Pendler benutzen Bus und Bahn. Die Zahl ist in den vergangenen Monaten stark gestiegen.
Pendler beichten
René Oberlechner (33), Angestellter, Villach: Meine Frau und ich müssen täglich mit zwei Autos nach Klagenfurt pen-deln. Solange "Park & Ride" gratis war, haben wir es auch genutzt. Doch jetzt rentiert sich das nicht mehr, schließlich gehen wir nicht nur fürs Parken arbeiten. Wir stellen unsere Autos jetzt in gebührenfreien Zonen ab und gehen zu Fuß zur Arbeit. Sobald es wärmer wird, schwinge ich mich auf mein Rennrad und verzichte ganz auf das Auto.
Hans Riedl (44), Mountainbiker-Chef, St. Veit: Ich pendle jeden Tag von St. Veit nach Klagenfurt. Aufgrund der Parkplatzsituation musste ich mir einen Tiefgaragen-Platz um 90 Euro mieten. Das "Park & Ride"-An-gebot habe ich so nie genutzt, auch als es noch kostenlos war, da ich mein Auto ständig benötige. Super wäre es, wenn der City-Bus wieder fahren würde. Der könnte nicht nur die gebührenfreien Zonen bedienen, sondern auch die "Park & Ride"-Parkplätze.










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