Kärnten ist den Russen zu wenig mondän
Salzburg und Tirol werden in diesen Tagen von Russen gestürmt. Kärnten kann bisher von diesem Gäste-Boom nicht profitieren.

Foto © KK/Flughafen SalzburgAuf dem Salzburger Flughafen sind alleine am Montag 13 Charterjets aus Russland gelandet und haben tausende Urlaubsgäste gebracht
Eine Welle russischer Urlauber "überschwemmt" derzeit die österreichischen Wintersportgebiete. Denn zum orthodoxen Weihnachtsfest am 6. Jänner wollen die Russen ihren Winterurlaub in den Bergen verbringen. Allein am Montag sind auf dem Salzburger Flughafen 13 Jets aus Russland gelandet, auf dem Airport Innsbruck hat man 3000 russische Fluggäste gezählt. An Kärnten geht dieser Boom vorüber. Kein Flieger aus Russland hat den Weg zum Klagenfurter Flughafen gefunden. Fast scheint es so, als ob der heimische Tourismus freiwillig auf ein sehr zahlungskräftiges Klientel verzichtet.
Für Kurt Genser, Tourismusdirektor vom Nassfeld, liegt es auf der Hand, warum die Russen einen Bogen um Kärnten machen: "Wir haben schon russische Gäste bei uns gehabt. Aber wir können deren Ansprüche nicht erfüllen. Wir haben keine Fünf-Stern-Hotels und auch viel zu wenig Einkaufsmöglichkeiten. Ich kann mich an Russen erinnern, die mit dem Taxi nach Salzburg oder Venedig gefahren sind, um ihr Shopping-Erlebnis zu haben." Außerdem hätten die Hoteliers kein besonders großes Interesse an den "exotischen" Gästen: "Die Russen kommen am liebsten zwischen dem 3. und dem 18. Jänner, also in einer Zeit, in der die Häuser ohnehin sehr gut gebucht sind", sagt Genser.
Auch Stefan Heinisch, Tourismus-Direktor in Bad Kleinkirchheim kennt die Problematik. Es gäbe recht viele Anfragen von russischen Reiseveranstaltern, sagt er. Die müsse man jedoch abschlägig beantworten, denn: "Die Hoteliers haben ihren bewährten Gäste-Mix und den wollen sie gerne unangetastet lassen." Dabei entspräche Bad Kleinkirchheim ziemlich genau russischen Anforderungen: "Wir haben einen guten Namen, hochwertige Betten, eine moderne Therme und Shopping-Möglichkeiten." Doch da gäbe es heuer das Problem der Anreise: "Wenn wir unsere Gäste vom Flughafen in Salzburg abholen, fahren sie an zehn Schigebieten vorbei, in denen genug Schnee liegt, um ins schneearme Kärnten zu kommen."
Keine Gebühren
Johannes Gatterer, Direktor des Klagenfurter Flughafens, trauert der Chance nach: "Wir bieten jedem Incoming-Charter 100-prozentigen Kostenersatz an. Das heißt, dass die Flugzeuge weder Lande- noch Startgebühren zahlen müssten." Doch dieses Angebot werde von Fluggesellschaften nicht angenommen. Gatterer: "Wir können nur unsere Infrastruktur anbieten. Für die anderen Teile der Arrangements müssten die Tourismus-Betriebe sorgen. Aber das ist bisher leider nicht geschehen. Bis auf Jumbos könnten bei uns alle Jets landen."
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Bild vergrößernIn den Feiertagen rund um den Jahreswechsel sind die Wintersportorte gut besucht. Da hält sich der Wunsch nach neuen Gästeschichten in Grenzen Foto © KK/Privat













