Ein Riesenbuch am Straßenrand
Der Klagenfurter Mitteleuropa-Verlag lädt zum öffentlichen Hineinlesen in sein neues Buch über den Kärntner Maler Gerald Thomaschütz.

Foto © privat
Ein Abstecher in die Lidmanskygasse lohnt sich derzeit - vor allem für alle Kunstinteressierten. Denn der Klagenfurter Mitteleuropa-Verlag zeigt dort an einer riesigen Plakatwand seine jüngste Neuerscheinung, ein Buch über den Maler Gerald Thomaschütz. 372 der 402 Seiten umfassenden Monografie kann man dort noch bis Ende Jänner öffentlich lesen.
Das Buch beinhaltet rund 350 Bilder im unverwechselbar ironisch-hintergründigen Thomaschütz-Stil. Angereichert ist das zweisprachige Buch mit einem Essay von Ulrich Krempel, dem Leiter des Sprengel-Museums Hannover, einer "abtrünnigen Österreich-Betrachtung" des Bachmann-Preisträgers Franzobel sowie mit biografischen Notizen des Klagenfurters Georg Gratzer.
Bohnenköpfe im Anzug
Thomaschütz, dessen Bilder meist brave, unscheinbare Zeitgenossen auf ihren Ab- und Umwegen darstellen, geht es nach eigenen Worten darum, "mit ungewohnten Darstellungsformen die Diskussionslust des Publikums zu beschleunigen". Das spiegelt sich auch in den "Bohnenköpfen" des 1953 in Grades geborenen Künstlers wider, die weitgehend ausdruckslos und mit sparsamen Gesten dem Betrachter entgegentreten. Es sind vornehmlich "Mannsbilder"mit manieristisch überlängten Körpern und viel zu kleinen Köpfen. In uniforme Anzüge gezwängt, fungieren sie als "Kunstwächter", "Bibliothekar" oder "Kardinal". Umgeben von leeren Räumen, manchmal auch hinter Tischen sitzend, erscheinen sie dabei wie rätselhafte Traumgestalten, umweht von einem Hauch des Nichts oder auch der Lächerlichkeit.
Irmgard Bohunovsky, langjährige Betreuerin des Thomaschütz'schen Werkes auf dem Kunstmarkt, erzählt, dass ein Betrachter dieser Bilder auf der Frankfurter Kunstmesse ausrief: "Aber diese Figuren sind ja wir!"
Features
Fakten
Neuerscheinung. "Gerald Thomaschütz: Monografie-Monograph" im Mitteleuropa-Verlag, Klagenfurt, rund 400 Seiten mit 350 Farbtafeln, Preis: 110 Euro (ISBN: 978-3-9503001-1-6).
Ergänzt. Mit einem Essay von Ulrich Krempel, Leiter des Sprengel-Museums Hannover, Österreich-Betrachtung von Franzobel und biografischen Notizen von Georg Gratzer.
www.thomaschuetz.at










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