315.000 Euro liegen für "Kärntner in Not" auf dem Gabentisch
Die Menschen erkennen die Sorgen vieler Mitbürger und rücken enger zusammen: Die Spendenfreudigkeit der Kärntner steigt beeindruckend und rüstet "Kärntner in Not", vielen Hilfesuchenden zur Seite zu stehen.

Foto © TraussnigInes Obex-Mischitz (Rettet das Kind), Herta Stockbauer (BKS Bank), Elisabeth Wappis (KÖF), Elisabeth Scheucher (Kinderrettungswerk), Elfriede Wassertheurer (KÖF), Siegfried Wuzella (Bürgerbüro), Landeshauptmann Gerhard Dörfler, Walter Ebner (Rettet das Kind), Claudia Muri (Caritas; von links)
Notfallketten gibt es nicht nur in der Medizin. Auch bei "Kärntner in Not" gelingt es in vielen Fällen wie "am Schnürchen", schnell und unbürokratisch zu helfen: So hat uns jüngst eine Frau auf das Schicksal einer jungen Mutter aufmerksam gemacht. Die Alleinerzieherin zweier Kinder (das jüngere ist schwer behindert) kam durch eine Nachforderung der Gebietskrankenkasse schwer in Bedrängnis. Sie hatte im Vorjahr zu ihrem Gehalt, den sie bei einer Handelskette bezieht, durch Putztätigkeiten in geringfügigen Dienstverhältnissen dazuverdienen wollen. Wie ihren Unterlagen zu entnehmen war, musste sie jetzt das Geld für die Forderung in der Höhe eines Monatslohnes aufbringen: schier unmöglich für die Frau, die am Rande der Belastbarkeit steht. Das kleinere Kind braucht volle Aufmerksamkeit, kann nicht sitzen oder sich alleine bewegen. Keine Nacht kann sie durchschlafen. Auch das ältere, schulpflichtige Kind bräuchte mehr Zuwendung als sie ihm geben kann. Und dann ständig die finanziellen Sorgen. Damit sie arbeiten gehen kann, pflegt die Großmutter den behinderten Enkel, bekommt dafür das Pflegegeld. Gerade erst musste ein Kredit aufgenommen werden, um einen dringend notwendigen Spezialbuggy und ein Trainingsgerät kaufen zu können. Als Draufgabe verzögert sich die Auszahlung der gesamten Kinderbeihilfe wegen eines Gutachtens, das für die Zuerkennung der erhöhten Beihilfe von Bundessozialamt und Finanzamt eingefordert wurde.
Am gleichen Tag, als der "Notruf" kam, stellt die Firma PCS in Aussicht, 5000 Euro zu spenden, die einer Familie in Kärnten zugutekommen sollen. Der Fall der jungen Mutter wird geschildert, schnell kommt die Zusage - der kleinen Familie kann geholfen werden, zudem liegt ein beruhigender finanzieller Polster für das nächste Jahr bereit.
Vor wenigen Tagen kam eine verzweifelte Frau mit der Frage zu uns, ob wir ihr bei der Anschaffung eines neuen Boilers helfen könnten. Sie hatte schon Tage lang kein Warmwasser. Sie ist krank, am Arbeitsmarkt nicht mehr vermittelbar, nächstes Jahr kann sie in Pension gehen, derzeit lebt sie von der Mindestsicherung. Wir bitten sie, Kostenvoranschläge einzuholen. Vor drei Tagen informierten wir die Installationsfirma Lassnig in Klagenfurt, dass "Kärntner in Not" den Auftrag bezahlen wird. Schon Donnerstag früh kommt die Zusage, dass der Boiler noch vor Weihnachten montiert wird.
Als nächstes großes Projekt möchten wir einer Familie, deren Kind an einer Muskelerkrankung leidet, sich nur im Rollstuhl fortbewegen kann, beim behindertengerechten Umbau ihres Eigenheims helfen. Das Kind besucht erfolgreich das Gymnasium. In diesem und hunderten anderen Fällen werden wir Menschen in Not zur Seite stehen - alleine in der Adventzeit haben wir über 100 Personen geholfen. Es wurden rund 45.000 Euro an Unterstützungen ausgeschüttet und Lebensmittelgutscheine im Wert von 4500 Euro ausgegeben.
Die Leser der Kleinen Zeitung und Unterstützer von "Kärntner in Not" haben uns wieder ihr Vertrauen geschenkt und bis zum heutigen Tag 315.406,21 Euro auf unser Spendenkonto eingezahlt. Und die sensationelle Spende von Gaston Glock (siehe nächste Seite) ermöglicht es, trotz besorgniserregender Prognosen voll Tatkraft auf das nächste Jahr zuzugehen.
"Das Teilen wird wieder modern", betonte Landeshauptmann Gerhard Dörfler beim vorweihnachtlichen Treffpunkt der "Kärntner in Not"-Partner, "man versucht zusammenzurücken und mehr zu teilen." "Kärntner in Not"-Obmann Kleine Zeitung-Geschäftsführer Walter Walzl sagte, dass "jeder am eigenen Leib spürt, wie die wirtschaftliche Situation uns fordert. Der normale Einsatz reicht nicht mehr aus zur Bewältigung der Aufgaben. Das spürt auch ,Kärntner in Not'. Aber wir sind gut gerüstet."
Herta Stockbauer, Vorstand der BKS Bank - das Geldinstitut ist gemeinsam mit der Kleinen Zeitung Träger des Vereins "Kärntner in Not" -, bekräftigte, weiter den Verein zu unterstützen. "Wir identifizieren uns in einer Weise mit ,Kärntner in Not' wie es bei vielen anderen Einrichtungen nicht der Fall ist. Es ist sehr positiv besetzt, weil es sich auf die Region bezieht, in der man unmittelbar lebt."
Elisabeth Scheucher, Präsidentin des Kinderrettungswerkes, brachte den Aspekt des Mittuns, der ehrenamtlichen Tätigkeit in den Gedankenaustausch ein. "Die Tendenz, dass Menschen sich aktiv engagieren wollen, steigt. Wenn man ihnen Gelegenheit gibt, kommen sehr viele interessante Projekte dabei heraus." Claudia Muri, Caritas, stellte fest: "Viele Menschen können sich das Heizen nicht mehr leisten - Energie-Armut steigt. Wir helfen, diesen Menschen ein warmes Haus im Licht zu ermöglichen."










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