Jährlich wird um eine Milliarde geschmiert
Die Junge Wirtschaft lud am Donnerstag zu einer Veranstaltung zum Thema Korruption. Über eine Milliarde Euro Schmiergeld in Österreich. Neue Enthüllungen rund um Birnbacher.

Foto © KLZ/WeichselbraunKorruptionsjäger Kuch und Fiedler
Am Donnerstag - just am Tag der Herabstufung Österreichs am Korruptionsindex - lud die Junge Wirtschaft zu einer Veranstaltung zu eben dieser Causa Prima. Ob Österreich noch zu retten sei, so der Titel der Diskussion, hänge davon ab, ob die Politik endlich handle, so das Fazit von Franz Fiedler, dem obersten Korruptionswächter bei Transparency International Österreich.
Die Summen, die in dunkle Kanäle gehen, sind enorm. "Jedes Jahr wird in Österreich für mehr als eine Milliarde Euro geschmiert", erklärte Fiedler. Am anfälligsten für Korruption seien die Bereiche öffentliche Auftragsvergabe sowie das überbordende Förderwesen von Bund und Ländern.
Das fehlende Bewusstsein deute darauf hin, dass Korruption von sehr vielen praktiziert und als "normal" gesehen werde. Fiedler nennt als Beispiel Wohnungszuweisungen oder Jobvermittlung durch Politiker: "Wenn jemand zum Landeshauptmann geht und der einem eine Wohnung zuschanzt, denkt keiner an Unrecht. Irgendwo bleibt aber ein Ehrlicher auf der Warteliste auf der Strecke."
Kammerpräsident Franz Pacher zeigte Probleme für die Wettbewerbsfähigkeit auf: "Warum soll man sich anstrengen, wenn man den Auftrag eh mit einem Schein unterm Tisch haben kann? Das schadet uns allen massiv."
Kurt Kuch vom Nachrichtenmagazin "News" ließ mit einer Ankündigung aufhorchen. Ihm wurde der Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft Klagenfurt an die Oberstaatsanwaltschaft Graz zur Causa Martinz/Birnbacher zugespielt. Nächsten Mittwoch will Kuch diesen in "News" veröffentlichen.













