Junge Forscherin auf der Spur eines vergessenen Poeten
16-jährige Klagenfurterin fordert, dass eine Straße nach Lorenz Chrysant von Vest benannt wird.
Mich fasziniert, dass Klagenfurt eine so interessante Persönlichkeit hervorgebracht hat. Kritiker meinen, seine Lyrik steht jener von Schiller an Ausdruckskraft nicht nach", beschreibt Sabrina Zechner (16), warum sie in den vergangenen Wochen ihre Freizeit in Bibliotheken verbracht hat, um der Person des Lorenz Chrysant von Vest nachzuspüren. In der Vorwoche hat sich der Geburtstag des vergessenen Kärntner Poeten zum 145. Mal gejährt.
In den Büchern des Landesarchivs wird er vor allem als Arzt und Naturforscher gewürdigt. Der junge Mediziner - er promovierte mit 22 Jahren "sub auspiciis" - war aber auch Lyriker und Republikaner. Dies war in der Monarchie allerdings höchst inopportun: Besonders sein "freiheitsumwehtes" Gedicht mit dem Titel "Dauer oder Vergehen" war der Hofpolizei ein Dorn im Auge. Er wurde wegen Staatsverrats angeklagt. Im Prozess befand man: Vest sei "nur mangelhaft religiös, patriotisch und monarchistisch". Er wurde zu lebenslangem Dienst "als gemeiner Soldat" verurteilt, aber 1800 entlassen. Vests kritisch-literarisches Schaffen war dennoch für immer beendet. Künftig machte er nur als Arzt und Naturwissenschafter von sich reden - er führte 1801 in Kärnten die Pockenimpfung ein, und wurde schließlich als Universitätsprofessor für Botanik und Chemie nach Graz berufen, wo er 1840 starb.
"Wieso ist in Klagenfurt keine Straße nach ihm benannt?", fragt Sabrina Zechner, die eine Fülle an Informationen über Vest zusammengetragen hat. "Wieso weist auf dem Alten Platz Nummer 11, wo er einmal gelebt hat, keine Tafel auf ihn hin?" Was die junge Klagenfurterin, welche die 7. Klasse des Lerchenfeldgymnasiums besucht, besonders wurmt? "Ich konnte nirgends seine Gedichte auftreiben, die einerseits so gerühmt wurden und ihn andererseits in solche Schwierigkeiten gebracht haben. Vielleicht hat jemand eine Idee, wo ich noch nachforschen kann?"












