Aviv Shir-On: "Israel muss sich wehren"
Israels Botschafter Aviv Shir-On diskutierte am Donnerstag an der Alpen-Adria-Uni in Klagenfurt. Das Interesse war groß, wie 170 Zuhörer bewiesen.

Foto © KLZ/FuchsSeltener Gast: Israels Botschafter Aviv Shir-On
"Sicherheitsstufe Dalai Lama" herrschte Donnerstag an der Alpen-Adria-Uni. Ein Dutzend Sicherheitskräfte wachte über den Diskussionsabend mit Israel-Botschafter Aviv Shir-On. Der bewältigte seine Aufgabe mit routiniertem Charme, hebräisch-französisch eingefärbtem Deutsch, Verständnis für die zum Teil pointierte, aber nie überhitzte Kritik aus dem Auditorium - und vor allem mit Verständnis für die Bedürfnisse "seines" Israels.
Das Interesse war groß, wie 170 Zuhörer bewiesen. Unter ihnen junge Kurden, die wissen wollten, was Shir-On vom türkischen Ministerpräsidenten Erdogan hält. Shir-On: "Wer sich gegen Terroristen verteidigt, indem er Dörfer bombardieren lässt, kann uns keine Kriegsverbrechen vorwerfen, wenn wir uns gegen terroristischen Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen wehren." Die Kurden waren zufrieden.
Stichwort: Siedlungen, die einem Frieden im Wege stehen. "Es stimmt", so der Botschafter. "Die Siedlungen sind ein Problem, das aber bei Friedensverhandlungen gelöst werden kann. Entweder, wie bereits zwei Mal geschehen, durch Abriss der Siedlungen. Oder durch Gebietstausch von fünf bis sieben Prozent des Landes; dann lägen die Siedlungen innerhalb Israels."
Ein Hauptthema war die Aufnahme Palästinas in die UNESCO und Österreichs "Ja" dazu. "Die Palästinenser bekämpfen uns mit Raketen und auf internationalem Parkett. Sie wollen die Vorteile eines eigenen Staates ohne die Verpflichtungen eines Friedensvertrages für die Zwei-Staaten-Lösung einzugehen." Doch das sei für Israel eine Existenzfrage.
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