Begegnungen in Trauer, die Trost spenden
Der Klagenfurter Dom öffnet sich wieder allen Menschen, die an keinem Grab trauern können.
Jeder, der schon einmal einen geliebten Menschen verloren hat, weiß, mit wie viel Schmerz dieser Verlust verbunden ist. Gerade zu Allerheiligen und Allerseelen gedenken viele der Verstorbenen, indem sie zu ihren Gräbern pilgern, dort beten, eine Kerze anzünden oder ein Gesteck niederlegen.
Doch oft haben Hinterbliebene kein Grab, an dem sie um ihre Lieben trauern können. Sei es, weil der Verstorbene in einem anderen Land bestattet wurde oder es gar kein Grab gibt. Aus diesem Grund hat die Stadtpastoral Klagenfurt in Zusammenarbeit mit der Bestattung Pax die Domkirche wieder in einen "Ort der Trauer" verwandelt.
"Viele Menschen sind in ihrer Trauer allein, gerade wenn es keinen konkreten Ort für die Trauer gibt. Diesen Menschen möchten wir Raum, aber auch Zeit und Hilfe geben", sagt der Dompfarrer Peter Allmaier.
Kondolenzbuch
Bis Allerseelen am 2. November sind die Trauernden eingeladen, in den Klagenfurter Dom zu kommen, ein Gebet zu sprechen, Kerzen anzuzünden und ihre Trauer entweder in Gesprächen zu verarbeiten oder niederzuschreiben. Eigens dafür liegen auf dem Josefsaltar ein Trauerflor und ein Kondolenzbuch auf.
"Möge dieser Ort für die Besucher zu einem Ort des Trostes und Gebetes werden", steht auf der ersten Seite des Buches, das Geschichten und Texte der Trauernden beherbergt. "Manchen fällt es einfach leichter, seine Trauer und seine Geschichte niederzuschreiben. Die meisten wollen in Stille trauern und ihre Anonymität wahren", weiß Iris Binder von der Stadtpastoral aus Erfahrung.
Halt gefunden
Sie hat vergangenes Jahr mit Trauernden Gespräche geführt. Eines mit einer Frau um die 60 ist ihr ganz besonders nahegegangen: "Sie saß da und weinte. Dann erzählte sie, dass sie vor 40 Jahren eine Totgeburt hatte und ihr Kind damals verscharrt wurde. All die Jahre konnte sie diesen Verlust nicht verarbeiten, weil ihr ein Ort zum Trauern, ein Ort des Trostes fehlte. In der Stille der Domkirche fand sie Halt", erinnert sich Binder.
Zwischen Kerzen und Blumen steht beim Josefsaltar ein Korb, der mit "Worten des Trostes" gefüllt ist. "Das sind Papierröllchen, die mit nach Hause genommen werden können", so Binder. Zudem finden in den nächsten Tagen Abendmessen und ein Requiem mit Bischof Alois Schwarz für Verstorbene statt.
Features
FAKTEN
Heute. Abendmesse um 19 Uhr mit Pfarrer Johannes Staudacher. Musikalische Umrahmung.
Allerheiligen. Mit "Dies irae" (Texten und Gesängen) wird um 18 Uhr auf die Abendmesse um 19 Uhr eingestimmt.
Allerseelen. Pontifikalrequiem mit Diözesanbischof Schwarz um 19 Uhr. Umrahmung: Klagenfurter Dommusik.














