Rüsten für die Stadt der Rüstigen
Klagenfurt wird zur Metropole der Senioren. In den nächsten vier Jahrzehnten wird sich die Zahl der Über-85-Jährigen verdoppeln. Stadt sorgt mit einer neuen Form des Wohnens vor.
Klagenfurt droht zu vergreisen. Glaubt man Statistiken, dann werden in 40 Jahren doppelt so viele Über-85-Jährigen in der Landeshauptstadt leben als heute. Auch der Anteil der Über-65-Jährigen wird um 50 Prozent angestiegen sein. "Dieser Wandel ist auf die Kriegszeit zurückzuführen, in der es weniger Geburten gegeben hat", sagt Marktforscher Karl Ladler.
Aus diesem Grund will die Stadt das Angebot des betreubaren Wohnens - ein Projekt von Land und Stadt - auch in der Klagenfurt ausbauen. "Ältere Menschen wollen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben. Diese Form der Betreuung ermöglicht ihnen das", sagt Bürgermeister Christian Scheider (FPK).
Wie viel Bedarf aktuell gegeben ist, hat Ladler jetzt evaluiert: "Von 3000 befragten Senioren sind 72 Prozent bereit, in betreubare, barrierefreie Wohnungen umzuziehen. Am besten in Stadtnähe." Über 80 Prozent wünschen sich, dass Leistungen wie Reinigung, Kochen und Wäschewaschen übernommen werden. Skeptisch sind die Befragten jedoch, was Kosten, Lage und Größe der Wohnungen anbelangt. Denn das Pflegegeld alleine wird in vielen Fällen die Aufwendungen nicht abdecken können.
110 neue Wohneinheiten
Derzeit entstehen in der Karnerstraße sechs betreute Wohnungen, bis 2013 sollen es 110 sein. "In den Wohnanlagen wird es einen Hausmeister geben, der zudem Seniorenbetreuer ist und für die Mieter und Senioren da ist", sagt Ferdinand Mossegger, Leiter der Abteilung Soziales.
Features
FAKTEN
Heimnähe. Die barrierefreien Wohneinheiten sollen in der Nähe von Senioren- und Pflegeheimen oder mobilen Pflegestützpunkten gebaut werden.
Leistungen. Die Miete soll über das Pflegegeld finanziert werden. Zusätzliche Leistungen wie Reinigung, Wäschewaschen oder Essenszubereitung müssen extra bezahlt werden.
Wohnanlagen. Zurzeit baut das Kärntner Siedlungswerk sechs betreute Wohneinheiten in der Karnerstraße. Insgesamt sind bis 2013 110 weitere Einheiten in ganz Klagenfurt geplant. Die Vergabe erfolgt hauptsächlich durch die Stadt.













