In St. Martin hat sich's ausgerodelt
Wohnbauprojekt auf der sogenannten Rodelwiese in Klagenfurt- St. Martin wurde trotz Protesten im Gemeinderat abgesegnet.

Foto © KLZ/TraussnigViele St. Martiner und Grünen-Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann wollten die Rodelwiese erhalten
Die Anrainerproteste waren zwar heftig, verhindert haben sie allerdings nichts. Auf der Tomaschitz-Wiese (auch Rodelwiese genannt) im Klagenfurter Stadtteil St. Martin darf das - wie berichtet - sehr umstrittene Wohnbauprojekt errichtet werden. Die letzte Hürde hat es am Dienstag im Klagenfurter Gemeinderat genommen. Die Mehrheit segnete die notwendige integrierte Flächenwidmungs- und Bebauungsplanung ab. Dagegen stimmten lediglich die Grünen und die Bürgerliste "EW 09".
Stadtplanungsreferentin und Vizebürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) sagt dazu: "Der Grundstückseigentümer hat einen Rechtsanspruch gemäß Zone 2 zu bauen." Wäre die Rodelwiese eine Zone 3, dürften darauf nur Einfamilienhäuser gebaut werden, wie es offensichtlich etliche Anrainer vorziehen würden. Deren Interessen seien gewahrt worden, betont indes Mathiaschitz. Der Bauträger habe das Projekt gemäß der Auflagen der Stadtplanung überarbeitet. So müsse er nun mehr Abstand zur benachbarten Landwirtschaft und dem Pfarrhof halten. Für den Pfarrhof seien zwölf öffentliche Parkplätze geschaffen worden. Die Wohnblöcke seien zwei- bis dreigeschoßig und der Durchgang vom Pfarrhof zur Sterneckstraße sei für Anrainer möglich. Außerdem müsse der Bauträger in den Kaufverträgen festhalten, dass der Käufer die benachbarte Landwirtschaft zu Kenntnis nehme und akzeptiere.
Die Grünen-Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann hält den Bau nach wie vor "für einen Wahnsinn", der die dörfliche Struktur von St. Martin zerstöre. Sie fordert, Ähnliches künftig zu verhindern. Der Bauträger selbst war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Features
Das Projekt
Fläche: Die Rodelwiese bzw. Tomaschitz-Wiese im Klagenfurter Stadtteil St. Martin umfasst rund 5800 Quadratmeter. Bisher wurde die Fläche von den Anrainern gerne zum Rodeln genutzt.
Geplant: Laut Stadt sollen sechs Wohngebäude mit drei Geschoßen (inklusive Erdgeschoß) und eines mit zwei Geschoßen errichtet werden.
Auflagen der Stadt: Die Klagenfurter Stadtplanung hat dem Auftrag eine ganze Liste von Auflagen gestellt. So musste der Bauträger etwa die Pläne von einem von der Stadt genannten Architekten überarbeiten lassen. Geachtet wurde darauf, dass Abstand zum benachbarten Pfarrhof und der Landwirtschaft gehalten wird, auf Grünfläche, Geschoßhöhe, etc.














