Hoden abgeschnitten, um "frei" zu sein
Am Freitag kamen in einem Gerichtsprozess die Hintergründe einer Selbstkastration zur Sprache: Warum sich ein Oberkärntner einen "schönen, geschlechtslosen Zustand" wünschte und sich daher im Vorjahr die Hoden abschnitt.

Foto © Weichselbraun/Sujetfoto
Im Vorjahr schnitt sich ein Oberkärntner die Hoden ab. Den Ärzten im Klinikum gelang es, diese wieder anzunähen. Am Freitag kamen in einem Gerichtsprozess die Hintergründe der Selbstkastration zur Sprache. Der 50-Jährige, angeklagt wegen Besitzes kinderpornografischen Materials, gilt als Pädophiler. "Er hat gesagt, dass er durch die Selbstkastration einen schönen, geschlechtslosen Zustand angestrebt hat", sagt der Psychiater. Der Mann wollte sich so von seiner Neigung "befreien". Dass er laut Gutachter eine "geistige Beeinträchtigung höheren Grades" aufweist, davon will der Alleinstehende nichts wissen. "Na, ich hab' kein Problem mit Kinderpornos. Sicher hat man halt einmal eine Lebensphase gehabt, in der man das auslebt, aber großes Interesse? Na." Fakt ist aber, auf seinem Laptop wurden hunderte einschlägige Fotos gefunden. Sogar eine eigene Website hat er betrieben und in Zeitungsinseraten Mädchen bis 14 Jahre für "Kunstfotos" gesucht.
Als ihm Richter Gerhard Pöllinger eindeutige Fotos vorlegt, sagt der Mann: "Entschuldigen'S, das sind doch keine Kinderpornofotos, sondern irgendwelche." Nicht nur der Richter ist fassungslos. Urteil: 12 Monate unbedingte Haft und Einweisung in eine Anstalt - nicht rechtskräftig.













